Rollenspielspielleitungsstil

Rollenspielspielleitungsstil

22 Rollenspielspielleitungsstile als Kurzbeschreibung. Kurz, plakativ, kommentierbar. Bei welchem Stil siehst du dich?

Rollenspielspielleitungsstil ist phänomenales Wort. Soeben erfunden worden. Zum Teil sind die Spielleitungstypen nahe aneinander dran, zum Teil Auslegungssache, aber immer unterhaltsam. Und plötzlich erkennt man sich oder seine Spielleitung selbst.

Der Kampf-und-Gemetzel-Spielleitungsstil

Rein in den Dungeon, das hässliche Ding erledigen und alles mitnehmen, was sich darin befindet. Kämpfe, Schätze, Gold und XP stehen im Mittelpunkt. Rollenspiel spielt keine Rolle. So spielt man seit der Erfindung des Rollenspiels im Jahr 1974. Ist das deshalb fade? Muss es nicht sein. Es ist die HeroQuest-Herangehensweise.

Der Immersionsrollenspiel-Stil

Für den Immersionsstil braucht es weder zwingend Kämpfe noch Würfelwürfe. Im Zentrum stehen Charaktermotivation, Interaktion und Storytelling. So spielen «moderne» Rollenspielrunden. Improvisation ist in diesem Stil schwieriger zu bewerkstelligen als beim Kampf-und-Gemetzel-Stil.

Der schonungslose Spielleitungsstil

Es gibt kein Erbarmen und keine nachträglich gefälschten Würfelergebnisse. Was ist, das ist. Wer Pech hat, geht drauf. Kein Essen mitgenommen? Krank geworden? Die eigene Spielfigur ist passé. Die Welt ist hart und unerbittlich. Überleben ist alles. Zähle deine Pfeile!

Der filmische Spielleitungsstil

Plot Armour und Drama dominieren hier. Ein episches Erlebnis ist wichtiger als Simulation oder Regeltreue. Spektakel, Kinovorlagen und ein Plot, der erlebt statt gestört werden will, stehen im Zentrum. Da gibt es gerne einmal zusätzliche Death Saves und Deus-Ex-Machina-Momente.

Der ernsthafte Spielleitungsstil

Nichts ist mit Herumalbern. Es ist düster, wird dort langsam, wo es wichtig ist, und erzeugt vor allem Stimmung. Goth-Settings, dichter Nebel und einiges, das auf dem Spiel steht, gehören dazu. Kein Bier und keine Brezel, no slapstick!

Der Klamauk-Stil

Leichtherzig, pointenorientiert, farbig und klamaukig. Feen, Jahrmärkte und Attraktionen gehören dazu. Die Märchenwelt darf Spass machen und mit vielen komischen Momenten aufwarten. Begegnungen sind wichtiger als harte Kämpfe.

Der Spielleitungsstil für alle Altersgruppen

Dieser Spielleitungsstil eignet sich für Einsteigende und funktioniert auch für Kinder. Kein Sex, keine Gewalt und eher tiefe Stufen. Ein paar klassische Begegnungen, etwa mit Eulenbären und jungen Drachen, sowie einfache Kämpfe sorgen für einen gelungenen Einstieg.

Der Spielleitungsstil für Erwachsene

Fiese Intrigen, Gewalt und heftige Konflikte prägen diesen Stil. Hier könnte die X-Karte gute Dienste leisten. So, wie Dark Sun (jetzt rated R), behandelt dieser Spielleitungsstil gerne gnadenlose Erwachsenenthemen, die nichts für sanfte Gemüter sind. Blutig, brutal, nichts für schwache Nerven.

Der Plotplanungsstil

Das muss nicht Railroading sein, aber der Plot steht fest. Es ist klar, was erlebt werden soll. Wie genau das geschieht, kann durchaus improvisiert werden. Die Knotenpunkte sind wichtig und werden auf die eine oder andere Art erreicht.

Der Improvisationsstil

Hier wird auf alles improvisiert, was die Spielenden tun. Das ist Improv-Rollenspiel. Nichts ist geplant, wenig ist vorbereitet. Die Spielenden tun etwas, die Spielleitung macht etwas daraus, dann machen die Spielenden wieder etwas damit und so weiter.

Der Schienen-Spielleitungsstil

Die Spielleitung übernimmt die Rolle der Regie. Die Geschichte ist geschrieben und vorbereitet, und die Spielenden sind eingeladen, genau diese Geschichte zu erleben. Dies kommt dem am nächsten, wie Rollenspiele am PC funktionieren.

Der Sandkasten-Spielleitungsstil

Hier gibt es keinen geplanten Plot, sondern eine reichhaltige Welt, die erkundet werden kann. Worldbuilding ist die Freude der Spielleitung, nicht das Erdenken einer fertigen Geschichte. Hex Crawls sind die Paradedisziplin. Was die Spielenden tun, wird schliesslich zur Story.

Der Crunch-Spielleitungsstil

Modifikatoren, Würfelwürfe, Rechnen und Maximieren. Hier stehen Stat-Blöcke und spannende Monster im Mittelpunkt. Ob dabei eine denkwürdige Geschichte entsteht, ist zweitrangig. Gewinnen kann nur, wer sich eisern an die Regeln hält. Rules as Written.

Der regelkundige Spielleitungsstil

Hier sind sämtliche Regeln bestens bekannt. Es gibt kaum etwas nachzuschlagen und wenig zu diskutieren. Und sonst weiss die Spielleitung, wo welche Regel schnell zu finden ist. Regeln sind wichtig und bekannt. Es ist wichtig, nach den Regeln zu spielen.

Der flexible Spielleitungsstil

Was macht gerade Sinn? Was macht gerade Spass? Die Regeln können auch einmal ignoriert oder spontan angepasst werden, weil die Szene dadurch besser wird. Nachschlagen ist für andere. Hier kommt lieber die «Rule of Cool» zum Einsatz.

Der Bier-und-Brezel-Spielleitungsstil

Hauptsache, es macht Spass. Chaos, Slapstick und blöde Ideen sind die Seele dieser Spielweise. Überrascht die Spielleitung, und lasst uns Spass haben! Wahrscheinlich war es eine Bier-und-Brezel-Runde, in der der erste Barde den ersten Drachen bezirzte.

Der nachgiebige Spielleitungsstil

Die Spielleitung kann niemanden sterben lassen, sagt niemals nein und fälscht gelegentlich Würfelwürfe, damit alle gewinnen können und niemand sich über das Spiel oder die Spielleitung ärgert. Hier geht keine Spielfigur wegen einer dummen Entscheidung drauf und bei Regeldiskussionen wird lieber nachgegeben.

Der kampforientierte Spielleitungsstil

Viele Gegner, eine Battlemap und viel Taktik. Hier ist man näher am Tabletop-Wargaming als am erzählerischen Rollenspiel. Die Kämpfe sollen hart, aber machbar sein. Die Spielfiguren sollen am Ende als Sieger*innen vom Platz gehen.

Der tödliche Spielleitungsstil

TPK, Meatgrinder, Dungeoncrawl und tödliche Fallen. Survival lautet das Motto. Wer arbeitet sich erfolgreich durch die vorbereiteten Hindernisse? Wer überlebt den Spass am Ende? Gutes Risikomanagement seitens der Spielenden ist gefragt.

Der Weltenbau-Spielleitungsstil

Mit dem Sandbox-Stil verwandt. Karten, Götter, Kalender und mehr. Hier wird Homebrew grossgeschrieben, weil alles ausgearbeitet und bereitstehen soll. Die Welt, ihre Physik und ihre Logistik müssen Sinn ergeben, auch wenn Teile davon nie entdeckt werden.

Der kanontreue Spielleitungsstil

Hier steht ein enzyklopädisches Wissen über die Lore im Mittelpunkt. Die Spielleitung kennt alles, was zu diesem Setting geschrieben wurde, und ist mit dessen Historie, den Fraktionen, den grossen Begebenheiten und deren Zusammenhängen bestens vertraut. Improvisieren dürfte hier allerdings eher schwierig werden.

Der unfreiwillige Spielleitungsstil

Die Spielleitung hat den Job übernommen, weil ihn sonst niemand machen wollte. Und nun wird sie ihn nicht mehr los. Manche wachsen in diese Rolle hinein und gehen darin auf. Andere erledigen den Job eher halbherzig, weil sie eigentlich nie in dieser Position landen wollten.

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