Rollenspieltipps

Tipps für Rollenspieler

Tipps für Rollenspieler, die sich manchmal fragen, ob es okay ist, die Spielleitung zu kritisieren, ohne Absprache zu handeln und den Charakter immer und immer wieder zu beschreiben.

Tipps für Rollenspieler zu geben, ist so schwierig, wie Buchtipps zu geben. Rollenspiel, und was daran gefällt, ist extrem individuell. Da ich aber ein zu viel denkender und immerzu analysierender Mensch bin, komme ich nicht umhin, mir ständig Sachen zu merken, sie zu notieren und auch mitzuteilen. Dafür ist dieser Blog.

Wichtigster Tipp

Frage die Spielleitung, wann immer es dir beliebt und möglichst regelmässig: «Beschreibe mir doch bitte XY!» Dann kommen Details zum Vorschein, die sonst nicht beschrieben würden, die dir als Spieler oder Spielerin Ideen geben. Und so musst du nicht alles einzeln erfragen. Als Spielerin oder Spieler würdest du wahrscheinlich nie fragen: «Ist da ein Blumenstrauss im Zimmer?» Vielleicht kommst du aber auf eine Idee, was du mit einem Blumenstrauss anstellen könntest, wenn du weisst, dass da einer ist. Sobald du also der SL sagst: «Beschreibe uns bitte das Zimmer, in dem wir jetzt stehen», kommt die genauere Beschreibung. «Es ist ein kleines quadratisches Teezimmer. Es gibt zwei Türen, die durch die ihr reingekommen seid in eurem Rücken und eine zu eurer Linken. In der Mitte steht ein runder Tisch mit einer weissen Tischdecke. An den Wänden hängen Bilder, Gemälde um genau zu sein, in goldenen Rahmen. An der Seite steht ein Teewagen mit einem Teegedeck, also Tassen, Krug und eine Vase mit einem Blumenstrauss darin. Es sind langstielige lilafarbene und weisse Blumen, ungefähr fünfzehn Stück.

Weniger Rücksicht nehmen

Rücksichtslose Charaktere sind nicht rücksichtslose Spielende. Und damit meine ich nicht du hättest die «Lizenz zum arschig sein». Aber ist man im echten Leben panisch, unter Zeitdruck oder hat Todesangst, hält man auch keine Marschreihenfolge ein oder fragt die anderen «Ist es okay, wenn ich die gefundene Schaufel einpacke?». Sei so wie im echten Leben, reagiere einfach auf Geschehnisse, ohne vorher den Konsens zu erfragen. Man ist zwar eine Gruppe, die manchmal fast wie nur ein einziger Organismus operiert, andererseits ist doch aber auch jeder Spielcharakter ein Individuum mit eigenen Gefühlen, Gedanken und Entscheidungen.

Beschreibe deinen Charakter genau und immer wieder

Zu oft spielen wir mit leeren Hüllen von Charakteren, die sich keiner genau vorstellen kann, weil nur am Anfang drei Worte darüber gesagt wurden. Ist dein Charakter gross, klein, hager oder muskulös, haarlos oder krausköpfig, hat er eine tiefe, brummlige Stimme oder kiekst er, trägt er gerne Röcke oder Hosen, hat er für gewöhnlich Stiefel oder Halbschuhe an. Erst wenn du mit Sprache ein Bild von deinem Charakter malst, erwacht er auch richtig zum Leben. Selbst, wenn es ein Porträtbild von deinem Charakter gibt, solltest du ihn immer wieder beschreiben. Hat er eine Hand, die von einem Unfall beinträchtigt ist, baue das immer wieder ein, auch zu deinem Nachteil. «John versucht an der Mauer emporzuklettern, wobei er sich mit seiner versehrten Hand nicht recht festhalten kann und unter Schmerzen aufstöhnt. Das nervt deine Mitspielenden? Nein, das fördert die Immersion und nennt sich Rollenspiel.

Nicht eingeschnappt sein

Sei nicht eingeschnappt, weil du nicht ständig alles durchdenken, besprechen und vorbereiten kannst. Das geht auch im echten Leben nicht. Manchmal passieren Dinge einfach, bevor du reagieren kannst. Gib Gas, stell die Spielleitung und deine Mitspielenden vor Tatsachen. Das macht das Spiel weniger zäh, lebendig, spannender und meist auch lustiger.

Andere Spielende direkt anspielen

Denn sich gegenseitig den Ball zuzuwerfen, fordert, zieht das Tempo an und macht Spass. Es wird reagiert, statt innegehalten und überlegt.

Der zweitwichtigste Punkt

Gib der Spielleitung regelmässig Rückmeldung. Bloss nicht nach jeder Sitzung und lass es nicht so klingen, als ob du es besser könntest. Wenn aber das Spiel bei jeder Sitzung zu lange ist, die Screen-Time der Spielenden immer wieder ungerecht verteilt ist oder es kaum Beschreibungen gibt, obwohl gerade diese dir Spass am Rollenspiel machen, dann sage das unbedingt. Dabei ist selbstverständlich nicht jede Spielleitung in der Lage, das auch umgehend anzupassen, aber so kann das Spiel zu deinen Gunsten verbessert werden.

Hast du auch nen guten Tipp? Hau ihn in die Kommentare.

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Kommentare

Ein Kommentar zu „Tipps für Rollenspieler“

  1. Avatar von Blum

    Allen Tipps stimme ich zu. Sicher gibt es noch unzählige weitere Dinge, die man hier anhängen könnte, aber du hast aus meiner Sicht die wichtigsten vorgebracht. Ich würde dich jeder Zeit als Spieler in meinen Runden haben wollen. So soll es sein.
    Gruß

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