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	<title>Rollenspielphilosophie Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<description>Analogspieler in der virtuellen Realität</description>
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	<title>Rollenspielphilosophie Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Ich mag den «modernen Ansatz» nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 18:24:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspieltheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Rant]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspielphilosophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich sehe immer wieder die Lobpreisung und Vergötterung von Spielerfreiheit, Sandbox und Selbstverwirklichung. Jede Form von Einschränkung gilt als schlechtes Rollenspiel, das keinen Spass machen kann. I agree to disagree. Woher kommt eigentlich die Idee, dass es nur gutes und modernes Rollenspiel ist, wenn die Spielenden machen können, wozu sie gerade Lust haben? Darum geht [&#8230;]</p>
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<p></p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">Ich sehe immer wieder die Lobpreisung und Vergötterung von Spielerfreiheit, Sandbox und Selbstverwirklichung. Jede Form von Einschränkung gilt als schlechtes Rollenspiel, das keinen Spass machen kann. I agree to disagree.</h4>



<p>Woher kommt eigentlich die Idee, dass es nur gutes und modernes Rollenspiel ist, wenn die Spielenden machen können, wozu sie gerade Lust haben? Darum geht es im Rollenspiel doch gar nicht. Kommt es vielleicht daher, dass man einmal deklariert hat, der grösste Vorteil des Rollenspiels gegenüber PC-Spielen sei, dass man alles tun könne, was man will? Dass es deshalb keine programmierten Einschränkungen geben darf? Oder kommt es daher, dass jede Generation von Menschen sich, noch mehr als die vorangegangenen, wünscht, dass die Welt sich nur um sie allein dreht?</p>



<p>Alles, was ich hier schreibe, meine ich übrigens nicht nur aus der Sicht der Spielleitung, die ich meistens bin; auch als Spieler, empfinde ich so. Ich persönlich will gute Geschichten erleben können und nicht mein Ego befriedigen.</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Ich will kein Player Empowerment</li>



<li>Ich will keine Sandbox</li>



<li>Ich will keine charaktergetriebene Improvisation</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wer ist hier der Ego?</strong></h2>



<p>Die Spielleitung wird dann als Egoistin angesehen, wenn sie einer Geschichte folgen will. Ein Rollenspiel ist kein Roman. Doch Romane sind deshalb so gut, weil sie eben eine gute Geschichte erzählen. Das Coole am Rollenspiel ist, dass du mittendrin sein kannst, statt nur dabei. Und nicht, dass sich alles um dich drehen muss und dir die Wünsche von den Augen abgelesen werden.</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Ich will keine Spieleregos befriedigen</li>



<li>Ich will eine gute Story</li>



<li>Ich will Plothooks</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Destroy ideas, not stories</strong></h2>



<p>Und ja, ich finde es in Ordnung, wenn meine Spielenden die Story kaputtmachen. Damit musste ich umgehen lernen. Es muss möglich sein. Wenn sie auf einen Plot Hook keine Lust haben, dann ist das doof, aber okay. Dann geht alles den Bach runter und ich muss improvisieren. Das soll mich aber nicht davon abhalten, legendäre, vorgeschriebene Kampagnen zu spielen, die es seit den Achtzigern gibt oder grossartige Geschichten zu erzählen, die bereits für vier Editionen überarbeitet wurden.</p>



<p>Ich sehe es so: Die SL sollte zwar jederzeit bereit sein, die Handlung über Bord zu werfen, wenn die Spielenden keine Lust auf den Plothook haben. Warum sich jetzt aber alles nur noch um Player Empowerment und zufällige Improvisierte Szenen drehen soll, erschliesst sich mir nicht. Das sind selten gute Geschichten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Random Shit</strong></h2>



<p>Ein &#8222;on the spot&#8220; ausgedachtes Ereignis (auch &#8222;Random Shit&#8220; genannt) kann doch unter keinen Umständen so gut sein, wie eine sorgfältig &#8222;gecraftete&#8220; Dramaturgie? Ich sage nicht, dass RS nicht genauso viel Spass machen kann. Das ist Ansichts- und Geschmacksache. Wenn die Gruppe das lieber mag, ist das okay.</p>



<p>Aber wenn man einen Schritt heraus macht und sich das möglichst &#8222;objektiv&#8220; anschaut, kann eine auf der Stelle improvisierte Story doch unmöglich eine gleich gute Geschichte ergeben, wie die mit viel Aufwand konstruierte. Auch Beschreibungen von zuvor ausgedachten Szenen mit der passenden Musik sind doch viel &#8222;perfekter&#8220; als generische Beschreibungen, die entstehen, weil ich jetzt unter Druck grad was liefern muss und ein Standard-Audioteppich dazu.</p>



<p>Das Paradebeispiel ist der immerwährende Tavernenbetreiber, der zu jeder Tages- und Nachtzeit Gläser, Humpen oder Becher mit einem schmutzigen Lappen poliert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Good fun is not a good story</strong></h2>



<p>Ihr könnt noch so gute Spielende und eine extrem erfahrene SL sein. Ihr dürft gerne Spass haben, wenn ihr RS aneinanderreiht und euch dabei kugeln vor Lachen, das ist voll okay. Das tun wir manchmal auch. Aber in den seltensten Fällen ist das dann eine gute Geschichte. Nichts, dass irgendjemand sich anschliessend im Kino ansehen wollte.</p>



<p>Improv ist lustig und kann auch richtig, richtig gut sein, es wird aber nie ein Bestseller oder Klassiker werden. Warum? Weil es nicht entstehen, reifen, verworfen werden, überarbeitet, gestaltet, geprobt und dargeboten werden konnte. Es ist einfach nur zufälliges Zeug, von dem ab und zu etwas davon genial ist. Aber eben nur ab und zu. Und auch nur, wenn das richtig gute Ausnahmetalente sind. Keine Ottonormalspieler wie du und ich.</p>



<p>Der Beweis? Hast du nicht auch schon erlebt, wie dir andere minutenlang von ihrem «genialen», spannenden und lustigen Rollenspielerlebnis erzählt haben und es für dich banal und ziemlich sinnlos klang? «Dann ist er einfach so durchs Fenster gekracht, statt die Tür zu nehmen und hat dabei auch noch gleich den Kerzenleuchter umgeworfen. Plötzlich brannte das ganze Schloss &#8230;» Klingt meistens wie ein mittelmässiger Mittelalter-Comedy-Streifen. Lustig im Augenblick des Passierens, belanglos für einen Plot.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ich bin so gut</strong></h2>



<p>Oft leiden wir unter grosser Selbstüberschätzung. Ich meine auch, ein guter DM zu sein. Ich bin es unter objektiven Gesichtspunkten aber wahrscheinlich nicht. Man kann auch behaupten, dass Brennan Lee Mulligan und Matthew Mercer ihre Shows nicht scripten. Aber scripten heisst nicht, Text für die Spielenden im Voraus zu schreiben. Scripten bedeutet für mich, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BS0bH_qDIAw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dass Brennan Lee Mulligan minutenlange Beschreibungen in einer Qualität vorträgt</a>, dass man merkt, dass er sich das ganze halbstündige Intro im Vorfeld bereits ausgedacht, getextet und geübt hat. Und das erst macht es so gut. Hätte er keine Ahnung, welche Szene er überhaupt spielen wird, könnte er nur improvisieren. Auch das kann er bestimmt gut, aber es würden nie im Leben so monumentale Szenen daraus entstehen.</p>



<p>Vielleicht sind die meisten von uns dazu gar nicht fähig. Weil wir keine Schauspieler, keine Stimmenimitatoren, Drehbuchautoren und Texter sind. Aber deshalb einfach ein bisschen zu schauen, was gerade passieren wird, das können erst recht nur die Wenigsten. Das ist wie der Unterschied zwischen Improv und einem guten Film.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dunning-Kruger-Effekt</strong></h2>



<p>Viele glauben, tolle SL zu sein, nur weil sie seit fünfunddreissig Jahren Rollenspiele leiten und spielen. Natürlich, Erfahrung hilft, Reife hilft, Weisheit wächst. Aber ich behaupte, dass die meisten von uns auch nach 100 Jahren Rollenspielerfahrung immer noch nicht gut wären. Wir glauben nur, wir seien es. So wie alle glauben, gute Autofahrer zu sei. Auch jene, die wir als schlechte Autofahrer bezeichnen, glauben gute zu sein. Weil das in unserem Naturell liegt.</p>



<p>Deshalb bedeuten Montagen, Rückblenden, Sandbox etc. noch lange keine gute Story, keine tolle Kampagne. Für die, die sie erleben und geniessen vielleicht schon. Und wenn es nur darum geht, dass genau diese Gruppe von Leuten Spass hat, dann gebe ich ihnen sogar recht. Ich bezweifle allerdings, dass diese Kampagne, von Profis bewertet, auch nur in der Nähe von gut wäre. Wahrscheinlich wäre sie näher bei grottig als bei exzellent. Und wenn es nur darum geht, dass diese eine Gruppe von Leuten richtig glücklich werden soll, mit dem, was sie tun. Dann sollten sie aufhören anderen zu sagen, sie dürften nicht railroaden, Fertigabenteuer spielen und Spielende bevormunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ich mag Schienen, sie führen zum Ziel</strong></h2>



<p>Ich persönlich mag es, eine Aufgabe zu kriegen, die ich meistern soll. Also: Hier, nimm den Ring und zerstöre ihn, damit die Welt nicht untergeht! Das flasht mich mehr als: Was möchtest du tun? Hm&#8230; ich will ein Schiff kaufen und um die Weltmeere segeln. Das hat zwar keine Dringlichkeit, aber macht bestimmt Spass. Das Erstere sind Helden, die sich dem Schicksal fügen. Das Zweitere sind verwöhnte Protagonisten, die ihre eigenen Ziele verwirklichen wollen, weil das Leben sich ja schliesslich um Selbstverwirklichung dreht.</p>



<p>Natürlich ist Railroading, also den Spielenden gar keine Optionen zu lassen, Mist. Und natürlich ist das ewig zitierte «Eigentlich willst du nur deinen Roman spielen und brauchst Zuhörende» kein Rollenspiel. Wenn aber einer sagt: «Früher wollte ich nur Geschichten erzählen, deshalb war ich eine schlechte SL», dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Genau darum geht es doch: ums Geschichten erzählen! Um das Erleben von Geschichten! Es ist ein Storytelling-Spiel. Eines mit durchdachter Ausgangslage, Entscheidungsoptionen im Mittelteil und ungewissem Ausgang. Aber eines mit tollen Szenen, einprägsamen Charakteren, einer packenden Dramaturgie und möglichst wenig RS.</p>



<div style="height:48px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Lies auch: <a href="https://penandpaper.blog/worst-case-rollenspiel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">10 Dinge, die dein Rollenspiel kaputt machen</a></p>



<p></p>
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		<title>Was dein Lieblingsrollenspiel über dich aussagt</title>
		<link>https://penandpaper.blog/was-dein-lieblingsrollenspiel-ueber-dich-aussagt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Mar 2024 12:16:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspieltheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspielphilosophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welches Rollenspielgenre sie am liebsten spielt, sagt einiges über eine Person aus. Dies ist der Versuch einer kleinen Typologie der Rollenspielenden – weder vollständig, noch objektiv. Mir ist bewusst, wie viel Zündstoff in diesem Artikel steckt. Er ist nicht als Provokation gedacht, sondern ist eine gedankliche Auseinandersetzung damit, was unterschiedliche Genres und Settings im Rollenspiel [&#8230;]</p>
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<p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Welches Rollenspielgenre sie am liebsten spielt, sagt einiges über eine Person aus. Dies ist der Versuch einer kleinen Typologie der Rollenspielenden – weder vollständig, noch objektiv.</h3>



<p>Mir ist bewusst, wie viel Zündstoff in diesem Artikel steckt. Er ist nicht als Provokation gedacht, sondern ist eine gedankliche Auseinandersetzung damit, was unterschiedliche Genres und Settings im <a href="https://penandpaper.blog/50-jahre-rollenspiel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspiel</a> ausmacht. Worin liegt die Faszination des Jeweiligen und warum spiele ich es?</p>



<p>Dabei kommen manche Genres und Spiele natürlich besser weg als andere. Das ist aber sehr subjektiv, sehr einseitig, denn ich bin ja nur einer. Der Artikel hat keinen Anspruch auf Wahrheit. Ich freue mich auf Kommentare, in denen ihr euer Lieblingsgenre verteidigt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dungeons &amp; Dragons</strong></h2>



<p>Hat viel mit Ermächtigung zu tun. Das gilt nicht für alle, die D&amp;D spielen. Doch ich habe schon so manche Spielerin kennengelernt, der es darum ging, die Sau rauszulassen. «Break the game», scheint die Devise zu lauten. <a href="https://penandpaper.blog/dd-ist-der-big-mac-des-rollenspiels/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">D&amp;D ist unter anderem für Rampensäue</a>, die DSA nicht mehr verstehen und sich über «Flim Flam Flunkel» lustig machen, obwohl es einmal fast das gleiche Spiel war.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/dungeons-and-dragons-4413051_1280-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1216" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/dungeons-and-dragons-4413051_1280-1024x768.jpg 1024w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/dungeons-and-dragons-4413051_1280-300x225.jpg 300w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/dungeons-and-dragons-4413051_1280-768x576.jpg 768w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/dungeons-and-dragons-4413051_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Gibt es noch Menschen, die einen einfachen Menschenkrieger in D&amp;D spielen? Oder ist das Ziel meistens, sich einen ganz besonderen und hyperfähigen Exoten zu zimmern, der eigentlich die Hauptrolle spielen müsste, sollte dieser Rollenspielabend je verfilmt werden? «I am special and I do crazy shit.» Das ist für viele die heutige Faszination von D&amp;D. Dungeons und Dragons explodiert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>OSR</strong></h2>



<p><a href="https://penandpaper.blog/10-fragen-an-moritz-mehlem/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Old School Roleplaying ist für Problemlöser</a>. Ich, der Spieler oder die Spielerin, ziehe los als mein Alter Ego und löse Aufgaben. Am Ende kriege ich dafür Gold und Juwelen als Belohnung. Das ist wie Arbeit. Ich leiste etwas und bekomme etwas dafür.</p>



<p>Ich fasse mit OSR alles zusammen, was Dungeon Crawl sowie Metzeln und Looten beinhaltet. Alles, was einen Ten-foot-pole benötigt. Wo Türen geöffnet, Fallen entschärft und Truhen aufgestemmt werden. Egal ob DCC, Sword &amp; Sorcery oder Warlock!. Straighte, einfache, direktübersetzte Rollenspiele sind gemeint.</p>



<p>Das Erkunden von Dungeons ist das 1W6-HeroQuest-Gefühl in Sachen Rollenspiel. Hier eine Falle, da ein Zombie, hier eine Schatztruhe – da weiss man, was man hat. OSR ist das Schinkensandwich unter den Rollenspielen. OSR-Rollenspiel ist so solide wie ein Backstein.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Cthulhu &amp; anderer Horror</strong></h2>



<p>Hier passiert über lange Strecken nichts. Es wird mit NSC geredet, <a href="https://penandpaper.blog/cthulhu-immer-das-gleiche/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">es wird untersucht und recherchiert und geforscht und gelesen</a>. Als ich mir ein bekanntes One-shot-Abenteuer zum Lesen vornahm, dachte ich mir: «Diese Handlung ist von den Spielenden ja in zehn Minuten durchgespielt!» Erst als ich mir das Let’s Play der Alriks zu dem Abenteuer ansah, merkte ich: «Das ist Rollenspiel!» Bei Cthulhu geht es um die alltäglichen Handlungen von Sir Lord von Very Rich. Wie er sich in Gesellschaft gibt, welchen Wein er trinkt und wie er seine Taschenuhr aufzuklappen pflegt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="600" height="473" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/Cthulhu_1920_Penandpaperblog.jpg" alt="" class="wp-image-1220" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/Cthulhu_1920_Penandpaperblog.jpg 600w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/Cthulhu_1920_Penandpaperblog-300x237.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<p>Es geht um das immersive Spiel, wie ich es zum Beispiel DSA attestieren würde. Es geht um die kleinen Dinge, die uns nur sanft kitzeln, statt in die Fresse hauen. Ein Amulett, das plötzlich seltsam schimmert? Das ist es doch wert, untersucht zu werden.</p>



<p>Dabei würde ich es hart abgrenzen von Horror-Filmen und -serien. Es geht nicht um «Jump Scares» und nicht um Splatter-Szenen. Dennoch sind Cthulhu-Spielende gerne harte Kerle (ja, auch die Damen) und gleichzeitig sind sie jederzeit bereit, dem Schicksal die Kehle hinzuhalten und sich beissen zu lassen. Cthulhu explodiert nicht, Cthulhu schleicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kinderspiele</strong></h2>



<p>Hier nehme ich mal alles zusammen, was nicht per se «cool» ist. D&amp;D zu spielen ist hip. Früher war man Aussenseiter, wenn man das spielte, jetzt ist man schräge Avant Garde, wie einmal die Leute von der Kunsthochschule. Wer Cthulhu spielt, spielt Horror. Da fühlt man sich schon krass, wenn man das erzählen kann. Wer Science Fiction spielt, der versteht sich mit Philosophie, Technologie und Kriegsführung: Ich befasse mich mit Zukunftsszenarien, ich bin euch einen Schritt voraus.</p>



<p>Die «Kinderspiele», wie ich sie hier nenne, haben wenig «Cooles» an sich. Es sind märchenhafte Rollenspiele, Fabelwelten wie Humblewood, <a href="https://penandpaper.blog/rollenspiel-fuer-kinder-teil-1/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kinderrollenspiele</a> wie «Tales from Equestria» oder nicht tödliche Kindereien wie <a href="https://penandpaper.blog/tales-from-the-loop/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tales from the Loop</a> oder Äventyr.</p>



<p>Menschen, die das spielen, fühlen sich nicht cool oder stehen über den Dingen. Eines von beiden. Sie mögen echtes Rollenspiel und mögen magische Fantasiewelten, wie die Filme von Studio Ghibli. Hier geht es um das Erlebnis und die Immersion, nicht um Coolness. Solche «Kinderspiele» sind das Äquivalent zum früheren Spielen mit Lego oder Playmobil in unserer Kindheit.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dystopische Rollenspiele</strong></h2>



<p>Die Welt geht unter, die Zombies kommen, die Seuche rafft die Menschheit dahin, die Skaven überfallen Altdorf. All das ist düstere Hoffnungslosigkeit, Tod und Verderben und wir sind mittendrin, um den Untergang wenigstens ein bisschen hinauszuzögern. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.</p>



<p>Hier sind wir zwar Helden, aber tragische. Wir sind nicht übermächtige Muskelberge in Capes oder glänzender Rüstung, sondern einäugige Veteranen, die ihre schartige Axt ein letztes Mal in den Kampf führen. Oder Verzweifelte, die bereits ihre Lieben und alles im Leben verloren haben und ihr Leben für einen letzten Widerstand, ein letztes Aufbäumen aufs Spiel setzen. Herr der Ringe (das Buch, die Filme, nicht das Rollenspiel), Warhammer aber auch <a href="https://penandpaper.news/the-walking-dead-universe-rpg/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">The Walking Dead</a> oder Mutant: Year Zero gehören für mich hier hinein. Und obwohl dies völlig verschiedene Settings sind und auch andere Spielgefühle verkörpern, haben sie für mich alle diese Schwere von «alles ist aussichtslos, aber wir dürfen die Hoffnung und den Glauben an das Gute nicht aufgeben». Solange wir atmen, ist eine Wende zum Guten möglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="614" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/apocalypse-4993727_1280-1024x614.jpg" alt="" class="wp-image-1218" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/apocalypse-4993727_1280-1024x614.jpg 1024w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/apocalypse-4993727_1280-300x180.jpg 300w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/apocalypse-4993727_1280-768x461.jpg 768w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/apocalypse-4993727_1280.jpg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Postapokalypse, Dystopie und Weltuntergangsszenarien sind die Gelegenheit für Unscheinbare, die tief in ihrem Innern einen leuchtenden Kern zu haben glauben. Dystopische Rollenspiele sind für ungeschliffene Diamanten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Science Fiction</strong></h2>



<p>Ich habe keine Faszination für Science Fiction. Denn es ist steril. Dabei gibt es durchaus Module, die mich begeistern, wie zum Beispiel <a href="https://penandpaper.blog/mutant-year-zero-ad-astra/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ad Astra für Mutant Year Zero</a>. Aber glatte Wände in Raumstationen, zischende Türen, schlichtes Design, Elektronik, die keiner versteht und die unendliche Leere des Weltraums finde ich langweilig. Sowieso, wenn ich stattdessen verschnörkelte Gebäude, Klingen und Rüstungen, volle Städte, tiefe Dschungel und unendliche Höhlensysteme haben kann.</p>



<p>Doch haben mir letztens zwei Herren eine Stunde lang vorgeschwärmt, weshalb Science Fiction mehr hergibt, als Fantasy. Und ich habe sogar verstanden, was sie meinten, wenn ich ihre Ansicht auch nicht teile. Ich versuche hier so gut, wie es geht, wiederzugeben, was sie argumentierten: Fantasy ist ausgelutscht und immer wieder mehr vom Selben. Science Fiction kann alles, was Fantasy kann, aber eben auch noch Zukunft und Technologie. Es kann Gedankenspiele von einer Zivilisation, wie sie noch nicht ist, aber irgendwann vielleicht sein wird. Es beschäftigt sich mit der Entwicklung der Gesellschaft und dem Sein und der Bedeutung und dem Untergang von uns selbst.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="682" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sci-fi-2992797_1280-1024x682.jpg" alt="" class="wp-image-1215" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sci-fi-2992797_1280-1024x682.jpg 1024w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sci-fi-2992797_1280-300x200.jpg 300w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sci-fi-2992797_1280-768x512.jpg 768w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sci-fi-2992797_1280.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>Menschen, die gerne Science Fiction mögen, sind gerne anderen voraus. Gedankliche Vorreiter, Innovatoren, statt nur Early Adopter. Science-Fiction-Rollenspiel ist anthropologisch-philosophisches Spiel.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Wort zum Schluss</strong></h2>



<p>Das hier Geschriebene mag dir völlig random erscheinen. Es ist spontan entstanden, nicht gut begründet und schon gar nicht allgemeingültig. Ich freue mich auf deine zwei Cents zum Thema. Und freue mich über Ergänzungen, Korrekturen, zustimmende Worte und wütende Hasskommentare. Es lebe die Vielfalt des Rollenspiels!</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sun-3477393_1280-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1217" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sun-3477393_1280-1024x768.jpg 1024w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sun-3477393_1280-300x225.jpg 300w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sun-3477393_1280-768x576.jpg 768w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2024/03/sun-3477393_1280.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
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