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	<title>Penandpaper Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<title>Penandpaper Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Ein Rollenspielblog ist ein Rollenspielblog ist ein Rollenspielblog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Feb 2025 16:59:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Penandpaper]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspielblog]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein drängender Gedankengang zu diesem Blog, zu Rollenspielcontent und zu schönen und nicht so schönen Reaktionen. Mir fällt immer wieder auf, wie unterschiedlich unsere Erwartungen, unsere Sozialisation und unsere allgemeine Erfahrung und Haltung uns Dinge widerspiegeln lassen. Das ist keine bahnbrechende Entdeckung und banal. Aber es fällt halt immer wieder auf – und davon handelt [&#8230;]</p>
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<p></p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein drängender Gedankengang zu diesem Blog, zu Rollenspielcontent und zu schönen und nicht so schönen Reaktionen.</h3>



<p>Mir fällt immer wieder auf, wie unterschiedlich unsere Erwartungen, unsere Sozialisation und unsere allgemeine Erfahrung und Haltung uns Dinge widerspiegeln lassen. Das ist keine bahnbrechende Entdeckung und banal. Aber es fällt halt immer wieder auf – und davon handelt dieser Text.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rollenspiel-Stereotype</strong></h2>



<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/GNS-Theorie" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GNS</a> hat einen grossen Einfluss darauf, ob man eine Rezension mag. Du weisst schon: Gamist, Narrativist, Simulationist. Drei Gründe, warum du Rollenspiele mögen könntest. Schreibt ein Narrativist und du bist ein Gamist, dann ist dir der Artikel immer zu fad. Und umgekehrt.</p>



<p>Wenn einer Gamist ist, der Crunch mag, dann will er ein neues Rollenspiel hart systematisch zerpflückt und mit bestehenden Systemen verglichen haben. Dann ist ihm Wahrscheinlichkeitsrechnung und Würfelwahl wichtiger, als das Layout und ob der Erzählstil gut ist. Oder? Ich weiss es nicht, ich bin kein Gamist. Darum (und aus Gründen) werden meine Rezensionen manchmal als «nichtssagend» niedergemacht. Das tut zwar im Herzen weh, ist in meinem Alter aber verkraftbar, weil ich ja weiss, woher es kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mag ich</strong></h2>



<p>Dann spielt es auch eine Rolle, ob man den Blog, beziehungsweise den Blogger eh schon nicht mag. Regt einen der Typ regelmässig auf, dann wird sein nächster Artikel es schwer haben.</p>



<p>Dann hat genauso Einfluss, ob man den «Verlag» mag. Wenn zum Beispiel <a href="https://penandpaper.blog/candela-obscura-illuminated-worlds/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Candela Obscura</a> erscheint, spielt die vorangehende Färbung heftig mit: Wenn einer Critical Role eh schon hasst, dann sucht er nach dem Haar in der Suppe, um seine Meinung, dass es ein schlechtes Spiel ist, zu bestätigen. Ist einer ein Fan, dann wird er sich relativ unkritisch über das neue Spiel freuen, weil ihm auch ein mittelmässiges Spiel ein Glücksgefühl beschert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Andere Plattform, andere Community</strong></h2>



<p>Das gesagt, ist es ein Riesenunterschied, in welcher Umgebung ein Inhalt angesehen wird. Facebook, Twitter, Reddit, Mastodon, Blog. Das sind völlig andere Kontexte. Je nach Netzwerk ist die Stimmung anders, die Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen auf diesen Plattformen. Wollen sie etwas lernen, ihre Meinung sagen, ihrem Ärger Luft machen?</p>



<p><strong>Facebook</strong></p>



<p>Auf Facebook ist man eingeladen, seine Meinung kundzutun, weshalb dort immer alle Kritiker sitzen. Kommentare sind meistens harte Beschwerden, wenig Komplimente.</p>



<p><strong>Twitter</strong></p>



<p>Ganz anders war es auf Twitter, wo man in seiner Bubble war. Das war, bevor der grössenwahnsinnige Vollpfosten es zerstörte. Ich kannte die wenigsten der Leute dort im echten Leben, eigentlich fast niemanden. Trotzdem verbrachte man dort Jahre zusammen, teilt Inhalte und Nettigkeiten. Daher waren die Menschen auf Twitter meistens nett mit ihren Kommentaren oder kritisieren ganz sachte, ohne einem nahetreten zu wollen.</p>



<p><strong>Reddit</strong></p>



<p>Auf Reddit gibt es meist einen Tenor, der dann bestimmt, welche Art von weiteren Kommentaren angezogen werden. Nur Menschen, die es gut finden oder Menschen, die es schlecht finden, kommentieren. Und in Foren&#8230; in Foren stechen sie dich oft mit dem Zweihänder ab.</p>



<p><strong>Foren</strong></p>



<p>Wer in einem Forum neu ist, der hat keine Berechtigung eine Meinung zu haben. Hier sitzen die Fachleute für ein ganz bestimmtes Thema und die trollen und murksen jeden ab, der in diesem Thema nicht ganz so bewandert ist. Sagst du etwas über <a href="https://penandpaper.blog/midgard-ist-genau-mein-ding/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Midgard</a> und ist es keine völlig ahnungslose Anfängerfrage, sondern eine Aussage, dann wirst du von mindestens drei Leuten massakriert, die ausgewiesene Midgard-Spezialisten erster Stunde sind und dir beibringen wollen, dass du damit gar nicht mehr anzufangen brauchst, weil du ihre dreissig Jahre Erfahrung nie mehr aufholen wirst. Ob diese drei Spezialisten die leiseste Ahnung von irgendeinem anderen Rollenspiel haben, spielt keine Rolle. Denn dort warten drei andere Spezialisten auf ihre Opfer. Irgendwo muss man seine Überlegenheit ja ausspielen. Und wenn es das spezialisierteste Nerdforum, des unbekanntesten Nischenhobbys der Welt ist. Ich hoffe, dass ich nie so einer werde, sonst schmeisst mich bitte vorher aus dem Forum.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mein Blog</strong></h2>



<p>Ein Blog ist eine Art Tagebuch, eine Website, auf der man unbegründet und unqualifiziert seine Meinung kundtun kann. Ob das gut ist, sei dahingestellt. Ob ein Blog gut ist, ist absolute Geschmackssache. Ich kann nur so viel sagen, dass ich niemanden beleidigen und niemandem zu nahetreten möchte. Ich bin ausgebildeter Journalist und gehöre alleine deswegen schon zum Feindbild von manch einem. Journalist zu sein, bedeutet aber auch, die Spielregeln von Geschriebenem zu kennen. Neutral und objektiv schreiben zu wollen, oder es dann als «Meinung» zu deklarieren. Indem ich einen Blog schreibe, ist es als «Meinung» deklariert. Das ist zwar nicht jedem klar, aber wer informiert ist, weiss das.</p>



<p>Ich beanspruche nicht, die Wahrheit zu verkünden. Wenn ich ein Spiel nicht mag, dann weil ich gewisse Vorlieben und Ansichten habe. Völlig subjektiv. Wenn ich ein Spiel lobe, dann ist das nur meine unwichtige und subjektive Ansicht. Das hat niemanden zu triggern, zu beeinflussen oder zu interessieren. Ausser ihr möchtet das, dann bin ich natürlich froh darum. Denn schliesslich tue ich das hier nur vier Fünftel für mich selbst. Ich freue mich über Zustimmung und ich freue mich sogar über Kritik, solange jemand sagt, dass er eine andere Meinung, ein anderes Empfinden hat. Oder mir begründet, warum ich für ihn falsch liege. Alles gut.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ich nicht gut kann</strong></h2>



<p>Was ich nicht gut kann, ist mit «Du bist einfach scheisse!» umgehen. «Dein Blog stinkt!» ist keine hilfreiche Kritik. Dann lies mich nicht und lass mich leben, ausser, ich beleidige dich oder eine andere Minderheit direkt und fies, dann möchte ich auch darauf hingewiesen werden.</p>



<p>Dieser Blog soll Einsteigern helfen, ins Spiel zu kommen, interessierten eine von vielen möglichen Meinungen liefern. Es soll Rollenspielenthusiasten eine tägliche Beschäftigung mit der Materie geben und nicht der Massstab für alle Rollenspielenden sein. Dass es hartgesottenen Veteranen nichts bringt, ist mir einigermassen klar.</p>



<p>Es ist schön, wenn Leute sagen, mein Blog habe ihnen geholfen eine Kaufentscheidung zu fällen. Oder ein Artikel habe sie inspiriert, ein Spiel öfter zu spielen oder überhaupt zu spielen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>News und Wissen und neue Spiele</strong></h2>



<p>Ich will Artikel zu Begriffen und Phänomenen des Rollenspiels schreiben. Ich will Spiele beschreiben und meinen Eindruck davon vermitteln. Und ich will Rollenspiel-News in die Community tragen. Auch hier ist es leider so, dass immer die drei Personen, die es schon von woanders her wissen, mir schreiben: «Das ist doch ein alter Hut, du Nase!». Dabei vergessen sie allerdings, dass dreihundert andere Rollenspielfreunde durch meine News erst zu der Neuigkeit gekommen sind und diesen Service super finden.</p>



<p>Am Ende geht es immer darum, zu sagen: das wusste ich bereits, das weiss ich besser und du hast doch keine Ahnung.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammen weiterkommen</strong></h2>



<p>Ich schreibe gerne und auch gar nicht so schlecht. Ob es alle Geschmäcker trifft, kann ich dir sagen. Nein, auf keinen Fall. Ist auch faktisch unmöglich. Wenn es deinen ab und zu trifft, dann ist das für mich schon viel; bedeutet mir viel. Ich freue mich, wenn du dich freust. Lass uns eine positive Rollenspielgemeinschaft sein.</p>
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		<title>Pen and Paper, Rollenspiel oder Tabletop RPG</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 15:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt (zu) viele Begriffe, um das Spiel der Spiele zu beschreiben und keiner von ihnen trifft es genau. Ich werfe hier einen Lichtkegel auf die gängigen paar Namen für dieses grossartige Spiel. Der Begriff Rollenspiel ist irreführend und beschreibt nur einen Bruchteil von dem, was Rollenspiel eigentlich meint. Genauso verhält es sich mit den [&#8230;]</p>
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<h3 class="wp-block-heading">Es gibt (zu) viele Begriffe, um das Spiel der Spiele zu beschreiben und keiner von ihnen trifft es genau. Ich werfe hier einen Lichtkegel auf die gängigen paar Namen für dieses grossartige Spiel.</h3>



<p>Der Begriff <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rollenspiel_(Spiel)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspiel</a> ist irreführend und beschreibt nur einen Bruchteil von dem, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pen-%26-Paper-Rollenspiel" target="_blank" rel="noreferrer noopener">was Rollenspiel eigentlich meint</a>. Genauso verhält es sich mit den Begriffen Tabletop Role-playing Game, kurz TTRPG, und Pen and Paper. Zu allen Bezeichnungen meines Hobbys pflege ich eine Hassliebe und das ist schön so. Dieses Hobby ist so simpel und doch unfassbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pen and Paper</strong></h2>



<p>Während sich mir die Bedeutung von Table Top Roleplaying Game nie ganz erschlossen hat, ich kann ihn nachvollziehen, sobald Miniaturen und Battle Mats zum Einsatz kommen, mag ich den Begriff Pen and Paper sehr. Er zählt auf, was man zum Spielen braucht und unterstreicht die Einfachheit dieses Spiels in der realen Welt. Dabei unterschlägt er allerdings eine wichtige Komponente, weil eigentlich müsste Pen and Paper ja Pen and Paper and Dice heissen.</p>



<p>Und noch vielmehr unterschlägt der Begriff Pen and Paper die Komplexität des Spiels, wenn es ganzheitlich betrachtet wird. Denn das, was auf der narrativen Schiene, im Geist, in der Fantasie vor sich geht, wird dabei komplett vernachlässigt. Ganz zu schweigen von der sozialen Interaktion, der Gruppendynamik, der Kommunikation und Verständigung, der Kunst des Erzählens, des Beschreibens und des Malens mit Worten. Pen and Paper oder Pen &amp; Paper bezieht sich auf die Einfachheit und Analogität des Spiels. Denn Pen-and-Paper-Spieler sind Gamer, aber halt nicht am digitalen Gerät, sondern am Tisch, am Lagerfeuer, am Strand und mit Menschen. Sie sind Analogspieler.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rollenspiel</strong></h2>



<p>Menschen, die noch nie <a href="https://penandpaper.blog/was-ist-rollenspiel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspiel</a> gespielt haben, denken bei dem Begriff oft sofort an etwas Sexuelles oder an etwas, das man bei sozialen Konflikten in der Therapie und beim Psychologen tut, um zwischenmenschliche Situationen auszuloten. Und obwohl sich Tischrollenspiel den gleichen Elementen bedient, geht es hier um ganz etwas anderes. Nämlich um die Heldenreise, um das Erleben fantastischer Geschichten und um Storytelling. Wir schlüpfen in die Rolle einer Figur, eines Charakters und stellen diesen dar. Aber wir erzählen auch gemeinsam eine Geschichte, wir spielen, wir werfen Würfel, wir rechnen, wir lachen, wir schaudern, wir erzittern und wir triumphieren. Als Spielerinnen nicht als Schauspielerinnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tabletop RPG</strong></h2>



<p>Dieser Begriff ist mir immer noch ein Rätsel. Es gibt RPG’s, also Role-playing Games auf dem Computer. Und um diese vom Rollenspiel zu unterscheiden heisst das analoge Spiel Tabletop Role-playing Game, kurz TTRPG oder TRPG. Tischrollenspiel sozusagen. Weder erschliesst sich mir bei Computer-RPG’s, was daran so rollenspielig ist, weil Computer-Adventures mindestens genauso viel oder sogar mehr mit Tischrollenspiel gemeinsam haben, noch verstehe ich den Tabletop-Teil. Ein Brettspiel spielt man auf der Tischoberfläche, ein Pen-und-Paper-Rollenspiel mehrheitlich im Kopf. Der Begriff muss historisch gewachsen sein, weil Pen and Paper ursprünglich aus dem Tabletop entstanden ist, also aus der Schlachtendarstellung mit Miniaturen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr als nur Rollenspiel</strong></h2>



<p>Doch egal wie man es nennt, Rollenspiel ist nur ein kleiner Teil von dem, was bei einem Rollenspielabend geschieht. Es werden Rätsel gelöst, Kämpfe ausgefochten, Schicksale besiegelt und die Welt gerettet. Wie sehr man dabei seine Rolle ausspielt, steht nicht immer im Zentrum. Es gibt Spielerinnen und Spiele, bei denen es vor allem um das Erzählen der Geschichte geht, um das Voranschreiten des Plots, um überraschende Wendungen und abgefahrene Plottwists. Oder um das Würfeln, das Optimieren, das Errechnen von Vorteilen und das ideale Einsetzen von Punkten. Oder um das Simulieren unmöglicher oder aber ganz alltäglicher Tätigkeiten, zum Beispiel in einer anderen Epoche oder einer anderen Welt. Die Rollenspieltheorie nimmt diese Vielfalt penibel unter die Lupe oder besser unter das Mikroskop und versucht zu beschreiben, was nicht zu beschreiben ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Begreifen, statt Greifen</strong></h2>



<p>Es ist hochkomplex, wie aus Worten Bilder werden, aus Interaktion eine Erzählung entsteht, wie durch Würfeln zufällige Abbiegungen genommen und fiktive Weichen in den Leben der Charaktere gestellt werden. Wie Spielerinnen und Spieler eine Rolle spielen und trotzdem nur von sich selbst ausgehen können. Wie Fragen um Themen wie Gruppendruck, Gewalt, Loyalität, Gier und Fürsorge bewusst oder unbewusst berührt und behandelt werden. Alles was geschieht, tut dies in der Vorstellung, im Kopf, in Gedanken und Interpretationen. Nichts davon kann angefasst werden, ist vollständig definiert oder hat Bestand. Und doch ist das, was bleibt, manchmal so real und nachhaltig wie das Leben selbst. Doch dazu mehr in einem anderen Artikel zum Thema «Rollenspiel ist die echte Virtual Reality».</p>
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		<title>Was ist Rollenspiel?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 03:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist nicht einfach, jemandem Rollenspiel zu erklären. Es ist so simpel wie schwammig, so komplex wie umfassend. Es gibt jedoch ein paar einfache Kriterien: Magst du Geschichten, spielst du gerne, hast du gerne Spass? Rollenspiel ist wie ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, aber dabei die Helden nicht nur zu begleiten, sondern [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Es ist nicht einfach, jemandem Rollenspiel zu erklären. Es ist so simpel wie schwammig, so komplex wie umfassend. Es gibt jedoch ein paar einfache Kriterien: Magst du Geschichten, spielst du gerne, hast du gerne Spass?</h3>
<p>Rollenspiel ist wie ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, aber dabei die Helden nicht nur zu begleiten, sondern selbst die Protagonistin oder den Protagonisten zu übernehmen. Als diese/r darf ich interagieren, handeln und entscheiden. Der Ausgang, oder zumindest der Verlauf der Geschichte, wird von mir als SpielerIn mitgestaltet und beeinflusst.</p>
<p>Die Erinnerungen, die dadurch entstehen, existieren meist nur in den Köpfen jener, die mitspielten. Die erlebten Ereignisse haben in der realen Welt nie stattgefunden und trotzdem werden sich die Abenteurer noch Jahre später an aussergewöhnliche Momente des Glücks, der Trauer, der Überraschung und des Sieges erinnern.</p>
<p>Rollenspiel ist das gemeinsame Voranbringen einer (noch) nicht geschriebenen Geschichte. Sie kann auf einer vorgefertigten Erzählung oder einem Erzählgerüst basieren oder aber völlig im Moment entstehen.</p>
<h2><strong>Die Rollen im Rollenspiel</strong></h2>
<p>Bei traditionellen Rollenspielen gibt es zwei Funktionen: die SpielerInnen und die Spielleitung. Die Aufgabe der SpielerIn ist es, sich in einer fiktiven Welt zu bewegen und Dinge zu erleben. Je nach Spiel werden sie auch Abenteurer, Charaktere, Investigatoren oder Helden genannt. Sie spielen ihren Charakter aus und können tun und lassen, was sie wollen, solange es mit der Absicht und den Abmachungen der Gruppe konform ist.</p>
<p>Die Spielleitung, kurz SL, wird je nach Spielsystem auch Erzähler, Meister, Spielleiter, Dungeon Master, Game Master oder Keeper genannt. Die Aufgabe der Spielleitung ist es, die Regeln, die Welt, die Personen in der virtuellen Welt und die Aufhänger der Geschichte vorzugeben. Die Personen, die von der Spielleitung dargestellt werden, heissen Nichtspielercharaktere oder kurz NSC.</p>
<p>Es gibt auch <a href="https://www.ironswornrpg.com/" target="_blank" rel="noopener">spielleitungslose Rollenspiele</a> oder völlig freie Spiele, wo die SpielerInnen ganz ohne Regeln tun und lassen können, was sie wollen. Wichtig ist, dass zwischen den Charakteren (in game, in time, in der Rolle) und den SpielerInnen (out game, out time, ausserhalb der Rolle) unterschieden wird, die die Charaktere spielen.</p>
<h2><strong>Wie funktioniert Rollenspiel?</strong></h2>
<p>Zur Erklärung der Spielweise gibt es <a href="https://penandpaper.blog/warhammer-liebe-auf-den-ersten-blick/" target="_blank" rel="noopener">Regelwerke</a>, Hintergrundbände, Monsterhandbücher, Magiehandbücher, Regionenbände, Waffenbände und Abenteuerbände. Viele davon umfassen mehrere hundert Seiten Inhalt in kleinster Schriftgrösse. Haben muss ich die alle nicht, wenn es auch sehr hilfreich ist, weil ich mir dann nicht <a href="https://penandpaper.blog/homebrew-selbstgebrautes-rollenspiel/" target="_blank" rel="noopener">alles selbst ausdenken</a> muss.</p>
<h2><strong>Ein Beispiel einer Rollenspielszene</strong></h2>
<p><strong>Spielleitung:</strong> Ihr befindet euch auf einem Weg in einem Wald. Es ist kalt und nass. Hier möchte keine/r länger verweilen. Die Bäume sind gross und sorgen dafür, dass kaum Tageslicht auf den Boden fällt. Hinter euch hört ihr seltsame Geräusche, eine Art Schlurfen, welches euch schon vor zwanzig Minuten aufgefallen ist. Plötzlich kommt ihr an eine Weggabelung. Hier teilt sich der Weg. Links geht es zu einem kleinen Bach. Dort scheint etwas mehr Licht ins Dickicht zu dringen. Rechts dagegen geht es geradewegs auf eine kleine Blockhütte zu, aus der Rauch dringt. Was wollt ihr tun?</p>
<p><strong>SpielerIn 1:</strong> Ich schnalle mein Gepäck etwas enger, weil die Riemen mir schon während der ganzen Reise an den Schultern scheuern. Dann gehe ich in die Hocke, um mich kurz auszuruhen. Schliesslich sage ich: «Also ich bin dafür, dass wir zur Hütte gehen und klopfen. Vielleicht kann uns jemand den Weg weisen.»</p>
<p><strong>SpielerIn 2:</strong> Ich mache ein erschrockenes Gesicht: «Auf keinen Fall! Wer weiss, was da in diesem Verschlag haust? Ich schlage vor, wir gehen den helleren Weg und schauen, dass wir möglichst bald aus diesem Wald herauskommen.»</p>
<p><strong>SpielerIn 3:</strong> Ich ziehe vorsichtshalber meinen Knüppel und horche nach dem Schlurfen, das hinter uns war. Ist es noch da? Ist es gar lauter geworden?</p>
<p><strong>Spielleitung:</strong> Das Schlurfen hat aufgehört, als ihr angehalten habt. Du kannst weder unbekannte Geräusche, noch Bewegung im Wald ausmachen. Ihr scheint alleine zu sein. Für welchen Weg wollt ihr euch entscheiden? Usw.</p>
<h2><strong>Richtig Rollenspielen</strong></h2>
<p>Es gibt ein Sprichwort im Rollenspiel: Die Spielleitung hat immer das letzte Wort. Das muss nicht zwingend so gehandhabt werden, obwohl es oft so gehandhabt wird. Dabei spielt die Spielleitung nicht <em>gegen</em> die SpielerInnen, sondern <em>mit </em>ihnen, um das bestmögliche Erlebnis aus dem Abenteuer herauszuholen. Welches das bestmögliche Erlebnis ist, hängt von der jeweiligen Gruppe ab.</p>
<p>Manche gehen im Schauspiel auf und brauchen kaum Handlung, weil sie mit ihren Charakteren ideal interagieren, andere wollen ausgedehnte Kämpfe spielen und vor allem taktisch auf ihre Kosten kommen. Manchen SpielerInnen reicht es, zuzuhören und kaum aktiv teilzunehmen, weil sie die Geschichte geniessen, die sich in ihrem Kopf entspinnt. Und wiederum andere wollen ständig im Rampenlicht stehen, handeln und mit kreativsten Ideen Erfolge feiern, weil im Rollenspiel alles möglich ist; auch Dinge, die im echten Leben nicht denkbar sind.</p>
<h2><strong>Wofür Würfel?</strong></h2>
<p>Damit die Spielleitung nicht parteiisch sein kann, beziehungsweise sich die SpielerInnen nicht ungerecht behandelt vorkommen, hilft es, ein Zufallsprinzip im Spiel zu haben: Die Würfel.</p>
<p>Jeder Spielercharakter hat Werte, wie gut sie oder er in einer Sache ist. Zum Beispiel: Klettern, Überreden, Biologie, Verkleiden usw. Diese Werte erleichtern oder erschweren einen Würfelwurf. Ob die verlangte Aktion gelingt, entscheiden jedoch die Würfel und somit der Zufall. Was dem Spiel zusätzliche Spannung und meistens auch Spass bringt. Wer auch im Scheitern und nicht nur im Gewinnen Spass findet, hat es dabei besonders gut.</p>
<p>Tätigkeiten, die in einem normalen, alltäglichen Rahmen ausgeführt werden, sollen ohne Würfelwurf gelingen. Wenn jeder in dieser Welt auf einem Pferd reiten kann, sollte dies auch für meinen Charakter kein Problem sein. Wenn ich jedoch mit einem Pferd über eine Schlucht springen will, dann wird auf Reiten gewürfelt, sollte dieser Wurf misslingen, muss ich als Charakter mit dem Ergebnis leben (oder gar sterben).</p>
<h2><strong>Was ist am Rollenspiel so toll?</strong></h2>
<p>Für manche Menschen ist bereits der Gedanke daran, vor anderen zu schauspielern und kreativ sein zu müssen, eine Geschichte zu erfinden, Initiative zu zeigen, zu kämpfen und zu leiden der Horror. Für mich ist es auch nicht immer einfach, aber allein die Tatsache, dass ich Indiana Jones, Star Wars, Game of Thrones, die Avengers oder Sherlock Holmes nicht nur schauen oder lesen, sondern <em>sein</em> kann, fasziniert mich. Die Geschichten, die dabei erlebt werden, die Abende, die man mit Freunden an einem Tisch verbringt und dabei bibbert, lacht und triumphiert, sind unersetzlich.</p>
<p>Und das Beste ist, wenn du dich mit einem Freund Jahre später daran erinnerst: «Weisst du noch, als wir gemeinsam das Geheimnis der verschwundenen Krone auf unkonventionellste Weise gelöst haben?» Dann sind das echte Erlebnisse. Erlebnisse, die im echten Leben nicht möglich sind oder von denen wir froh sind, dass wir das Risiko nicht real eingehen mussten: Über Schluchten springen, gegen Drachen kämpfen und der Mafia das Handwerk legen. Doch wir, wir haben es erlebt. Unglaublich, dass wir all das mit nur Stift, Papier und ein paar Würfeln geschafft haben.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://penandpaper.blog/was-ist-rollenspiel/">Was ist Rollenspiel?</a> erschien zuerst auf <a href="https://penandpaper.blog">Penandpaper.blog</a>.</p>
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