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	<title>Tischrollenspiel Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<title>Tischrollenspiel Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Online Rollenspiel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 2021 12:35:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Online vs am Tisch. Beides ist Rollenspiel mit echten Menschen, beides hat seine Vor- und Nachteile und beides macht tierisch Spass. Als Pen and Paper in den Siebzigerjahren erfunden wurde, gab es die Möglichkeit online zu spielen noch gar nicht. Später wurden ganz viele Ideen und Features aus dem Tabletop RPG in PC-Games gesteckt: das [&#8230;]</p>
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<h3 class="wp-block-heading">Online vs am Tisch. Beides ist Rollenspiel mit echten Menschen, beides hat seine Vor- und Nachteile und beides macht tierisch Spass.</h3>



<p>Als Pen and Paper in den Siebzigerjahren erfunden wurde, gab es die Möglichkeit online zu spielen noch gar nicht. Später wurden ganz viele Ideen und Features aus dem Tabletop RPG in PC-Games gesteckt: das Hochleveln, die Antwortenauswahl in Adventures, das Wandern und Kämpfen in RPG’s. Und überhaupt der Name Role-playing Game für Computerspiele.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Online oder live</strong></h2>



<p>Heute gibt es zwei Fraktionen: die einen, für die die Vorteile des Onlinespiels überwiegen und die, die es nach wie vor besser live vor Ort mögen. Es gibt Communitys wie <a href="https://rollen-spieler.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollen-spieler.com</a>, die schwören auf das online Spielen. Für eingespannte Familienväter und fleissige Arbeiter, bleibt mehr Zeit für Vorbereitung und Spiel. Es ist weniger stressig, sich an den Computer zu setzen, als irgendwohin zu reisen und dann erst spätnachts wieder nach Hause zu kommen. Und es ist weniger schlimm, wenn eine Runde zu spät beginnt oder ganz abgesagt werden muss. Alle sind schon wieder zu Hause, bzw. noch immer zu Hause.</p>



<p>Auch für Computer-Nerds und Technik-Freaks bietet das Online-Rollenspiel viel Zusatzfreude. Plattformen, Plug-ins, Module, Bild- und Tondatenbanken, Erweiterungen&#8230; Eine Fundgrube an Material, dass installiert, geprobt und bearbeitet werden will. Doch was sind schliesslich die Vorteile des Online-Spielens?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vorteile online</strong></h2>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li><strong>Kein Weg-und-Zeit-Verlust</strong></li></ol>



<p>Alle können bei sich zu Hause spielen, niemand muss anreisen. Spiele über weite Distanzen, ja gar über mehrere Länder und Kontinente sind möglich.</p>



<p>2. <strong>Mehr <a href="https://penandpaper.blog/immersion/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Immersion</a></strong></p>



<p>Wenn ich keine spassige Runde am Tisch habe, die ständig Out-game-Bemerkungen machen, weil die Pizza im Ofen gerade fertig ist, ich dafür im dunklen Zimmer vor dem Monitor sitze und gespannt der Musik, den Geräuschen und Erzählungen des Meisters lausche, bin ich viel tiefer in der Fantasie drin.</p>



<p>3. <strong>Pandemie</strong></p>



<p>Wer hätte damit gerechnet, aber soziale Spiele, die einfach online weitergespielt werden (wie Schach oder Rollenspiel) haben in einer Pandemie einfach gewonnen. Fast keine Einschränkungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nachteile online</strong></h2>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li><strong>Distanziertheit</strong></li></ol>



<p>Oft wird online auch mit Fremden oder zumindest nicht mit Freunden gespielt, die man aus dem echten Leben kennt. Das Hobby verbindet zwar, aber das Geburtstagsfest, die Grillparty und der Wanderausflug wird dann mit anderen Personen, den realen Freunden, gemacht. Und wer ohne Kamera spielt, sieht seine MitspielerInnen gar nicht. Keine Grimassen, Gesten, überraschte Gesichtsausdrücke. Da fehlt ein bisschen menschliche Interaktion im Online-Rollenspiel.</p>



<p>2. <strong>Weniger Immersion</strong></p>



<p>Wer während des online Spielens auf Lautsprecher schaltet, unterdessen Minis anmalt oder die Küche aufräumt, auf den Balkon rauchen geht oder den Einkaufszettel schreibt, ist im Spiel nicht wirklich dabei. Live am Tisch ist das nicht möglich, sonst wird man schnell zurechtgewiesen. Dasselbe gilt für das Herumspielen mit dem Handy oder dem zu vielen Trinken von Alkohol. Am Tisch ist man präsent, dafür sorgen auch die anderen. Online ist man selbst für seine Präsenz verantwortlich.</p>



<p>3. <strong>Weniger sozial</strong></p>



<p>Seinen MitspielerInnen ins Gesicht blicken, zusammen lachen, dem Nebenmann auf die Schulter klopfen, Snacks mitbringen, gemeinsam Pause machen, sich anderweitig austauschen&#8230; All dies findet online kaum oder gar nicht statt. Weil es schlicht nicht geht. Online zu spielen ist wie ein Online-Meeting: es ist effizienter, dafür weit weniger sozial.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr Gedanken zum Online-Rollenspiel</strong></h2>



<p>Wenn ich Pen und Paper spiele, will ich Pen und Paper spielen, wie ich es kenne. Online-Pen-und-Paper hat den Namen Stift und Papier oft gar nicht mehr verdient. Niemand hat mehr einen Stift oder einen Block vor sich, der Charakterbogen ist digital, die Notizen werden getippt, gewürfelt wird virtuell, oft ganz abstrakt indem eine Formel in den Chat getippt wird. Eigentlich müsste es dann Keyboard-Mouse-and-Screen-Rollenspiel heissen.</p>



<p>Solange ich beim Pen und Paper meine Fantasie benutzen muss und halt über einen Sprachchat rede, statt über direkte Schwingungen in der Luft, ist mir das kein so grosser Unterschied. Der Fakt, dass ich die anderen nicht unbedingt sehe, hilft sogar, als Spielleitung Dinge unauffälliger nachschlagen oder vorbereiten zu können, auch während des Spiels. Zusätzlich nimmt es manch einer/einem die Hemmung vor dem ausspielen der Rolle, weil der Bühneneffekt (alle schauen zu) ausfällt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bloss kein Computerspiel</strong></h2>



<p>Wichtig ist mir persönlich, dass das Rollenspiel online nicht zum Computerspiel wird. Wenn ich nur noch Bodenpläne, umherfahrende Zeichentrickfiguren, computeranimierte Zauber und vom Programm berechnete Kämpfe habe, dann ist das für mich nicht mehr immersives Rollenspiel, sondern entspricht einem Computerspiel auf dem Stand der Neunzigerjahre. Dann bin ich nicht im Spiel drin, muss die Regeln nicht mehr kennen und identifiziere mich nur wenig mit dem Männchen, das da auf dem Bildschirm herumfährt. Das ist dann für mich eher animiertes Brettspiel und bringt mir weniger Spass.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gleichstand</strong></h2>



<p>Ansonsten kann ich dem Onlinespiel viel abgewinnen. Es ist unkompliziert, findet einfacher und häufiger statt, man findet einfacher ein paar unverbindliche MitspielerInnen und gerade für die Spielleitung bietet die Technik viele tolle Möglichkeiten für Karten, Handouts, Musik, Soundeffekte und Bilder. Tischrollenspiel vs Online-Rollenspiel? Für mich gleichwertig.</p>
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		<title>Pen and Paper, Rollenspiel oder Tabletop RPG</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 15:35:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt (zu) viele Begriffe, um das Spiel der Spiele zu beschreiben und keiner von ihnen trifft es genau. Ich werfe hier einen Lichtkegel auf die gängigen paar Namen für dieses grossartige Spiel. Der Begriff Rollenspiel ist irreführend und beschreibt nur einen Bruchteil von dem, was Rollenspiel eigentlich meint. Genauso verhält es sich mit den [&#8230;]</p>
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<h3 class="wp-block-heading">Es gibt (zu) viele Begriffe, um das Spiel der Spiele zu beschreiben und keiner von ihnen trifft es genau. Ich werfe hier einen Lichtkegel auf die gängigen paar Namen für dieses grossartige Spiel.</h3>



<p>Der Begriff <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rollenspiel_(Spiel)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspiel</a> ist irreführend und beschreibt nur einen Bruchteil von dem, <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Pen-%26-Paper-Rollenspiel" target="_blank" rel="noreferrer noopener">was Rollenspiel eigentlich meint</a>. Genauso verhält es sich mit den Begriffen Tabletop Role-playing Game, kurz TTRPG, und Pen and Paper. Zu allen Bezeichnungen meines Hobbys pflege ich eine Hassliebe und das ist schön so. Dieses Hobby ist so simpel und doch unfassbar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Pen and Paper</strong></h2>



<p>Während sich mir die Bedeutung von Table Top Roleplaying Game nie ganz erschlossen hat, ich kann ihn nachvollziehen, sobald Miniaturen und Battle Mats zum Einsatz kommen, mag ich den Begriff Pen and Paper sehr. Er zählt auf, was man zum Spielen braucht und unterstreicht die Einfachheit dieses Spiels in der realen Welt. Dabei unterschlägt er allerdings eine wichtige Komponente, weil eigentlich müsste Pen and Paper ja Pen and Paper and Dice heissen.</p>



<p>Und noch vielmehr unterschlägt der Begriff Pen and Paper die Komplexität des Spiels, wenn es ganzheitlich betrachtet wird. Denn das, was auf der narrativen Schiene, im Geist, in der Fantasie vor sich geht, wird dabei komplett vernachlässigt. Ganz zu schweigen von der sozialen Interaktion, der Gruppendynamik, der Kommunikation und Verständigung, der Kunst des Erzählens, des Beschreibens und des Malens mit Worten. Pen and Paper oder Pen &amp; Paper bezieht sich auf die Einfachheit und Analogität des Spiels. Denn Pen-and-Paper-Spieler sind Gamer, aber halt nicht am digitalen Gerät, sondern am Tisch, am Lagerfeuer, am Strand und mit Menschen. Sie sind Analogspieler.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Rollenspiel</strong></h2>



<p>Menschen, die noch nie <a href="https://penandpaper.blog/was-ist-rollenspiel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspiel</a> gespielt haben, denken bei dem Begriff oft sofort an etwas Sexuelles oder an etwas, das man bei sozialen Konflikten in der Therapie und beim Psychologen tut, um zwischenmenschliche Situationen auszuloten. Und obwohl sich Tischrollenspiel den gleichen Elementen bedient, geht es hier um ganz etwas anderes. Nämlich um die Heldenreise, um das Erleben fantastischer Geschichten und um Storytelling. Wir schlüpfen in die Rolle einer Figur, eines Charakters und stellen diesen dar. Aber wir erzählen auch gemeinsam eine Geschichte, wir spielen, wir werfen Würfel, wir rechnen, wir lachen, wir schaudern, wir erzittern und wir triumphieren. Als Spielerinnen nicht als Schauspielerinnen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tabletop RPG</strong></h2>



<p>Dieser Begriff ist mir immer noch ein Rätsel. Es gibt RPG’s, also Role-playing Games auf dem Computer. Und um diese vom Rollenspiel zu unterscheiden heisst das analoge Spiel Tabletop Role-playing Game, kurz TTRPG oder TRPG. Tischrollenspiel sozusagen. Weder erschliesst sich mir bei Computer-RPG’s, was daran so rollenspielig ist, weil Computer-Adventures mindestens genauso viel oder sogar mehr mit Tischrollenspiel gemeinsam haben, noch verstehe ich den Tabletop-Teil. Ein Brettspiel spielt man auf der Tischoberfläche, ein Pen-und-Paper-Rollenspiel mehrheitlich im Kopf. Der Begriff muss historisch gewachsen sein, weil Pen and Paper ursprünglich aus dem Tabletop entstanden ist, also aus der Schlachtendarstellung mit Miniaturen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mehr als nur Rollenspiel</strong></h2>



<p>Doch egal wie man es nennt, Rollenspiel ist nur ein kleiner Teil von dem, was bei einem Rollenspielabend geschieht. Es werden Rätsel gelöst, Kämpfe ausgefochten, Schicksale besiegelt und die Welt gerettet. Wie sehr man dabei seine Rolle ausspielt, steht nicht immer im Zentrum. Es gibt Spielerinnen und Spiele, bei denen es vor allem um das Erzählen der Geschichte geht, um das Voranschreiten des Plots, um überraschende Wendungen und abgefahrene Plottwists. Oder um das Würfeln, das Optimieren, das Errechnen von Vorteilen und das ideale Einsetzen von Punkten. Oder um das Simulieren unmöglicher oder aber ganz alltäglicher Tätigkeiten, zum Beispiel in einer anderen Epoche oder einer anderen Welt. Die Rollenspieltheorie nimmt diese Vielfalt penibel unter die Lupe oder besser unter das Mikroskop und versucht zu beschreiben, was nicht zu beschreiben ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Begreifen, statt Greifen</strong></h2>



<p>Es ist hochkomplex, wie aus Worten Bilder werden, aus Interaktion eine Erzählung entsteht, wie durch Würfeln zufällige Abbiegungen genommen und fiktive Weichen in den Leben der Charaktere gestellt werden. Wie Spielerinnen und Spieler eine Rolle spielen und trotzdem nur von sich selbst ausgehen können. Wie Fragen um Themen wie Gruppendruck, Gewalt, Loyalität, Gier und Fürsorge bewusst oder unbewusst berührt und behandelt werden. Alles was geschieht, tut dies in der Vorstellung, im Kopf, in Gedanken und Interpretationen. Nichts davon kann angefasst werden, ist vollständig definiert oder hat Bestand. Und doch ist das, was bleibt, manchmal so real und nachhaltig wie das Leben selbst. Doch dazu mehr in einem anderen Artikel zum Thema «Rollenspiel ist die echte Virtual Reality».</p>
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		<title>Was ist Rollenspiel?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 03:48:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist nicht einfach, jemandem Rollenspiel zu erklären. Es ist so simpel wie schwammig, so komplex wie umfassend. Es gibt jedoch ein paar einfache Kriterien: Magst du Geschichten, spielst du gerne, hast du gerne Spass? Rollenspiel ist wie ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, aber dabei die Helden nicht nur zu begleiten, sondern [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Es ist nicht einfach, jemandem Rollenspiel zu erklären. Es ist so simpel wie schwammig, so komplex wie umfassend. Es gibt jedoch ein paar einfache Kriterien: Magst du Geschichten, spielst du gerne, hast du gerne Spass?</h3>
<p>Rollenspiel ist wie ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, aber dabei die Helden nicht nur zu begleiten, sondern selbst die Protagonistin oder den Protagonisten zu übernehmen. Als diese/r darf ich interagieren, handeln und entscheiden. Der Ausgang, oder zumindest der Verlauf der Geschichte, wird von mir als SpielerIn mitgestaltet und beeinflusst.</p>
<p>Die Erinnerungen, die dadurch entstehen, existieren meist nur in den Köpfen jener, die mitspielten. Die erlebten Ereignisse haben in der realen Welt nie stattgefunden und trotzdem werden sich die Abenteurer noch Jahre später an aussergewöhnliche Momente des Glücks, der Trauer, der Überraschung und des Sieges erinnern.</p>
<p>Rollenspiel ist das gemeinsame Voranbringen einer (noch) nicht geschriebenen Geschichte. Sie kann auf einer vorgefertigten Erzählung oder einem Erzählgerüst basieren oder aber völlig im Moment entstehen.</p>
<h2><strong>Die Rollen im Rollenspiel</strong></h2>
<p>Bei traditionellen Rollenspielen gibt es zwei Funktionen: die SpielerInnen und die Spielleitung. Die Aufgabe der SpielerIn ist es, sich in einer fiktiven Welt zu bewegen und Dinge zu erleben. Je nach Spiel werden sie auch Abenteurer, Charaktere, Investigatoren oder Helden genannt. Sie spielen ihren Charakter aus und können tun und lassen, was sie wollen, solange es mit der Absicht und den Abmachungen der Gruppe konform ist.</p>
<p>Die Spielleitung, kurz SL, wird je nach Spielsystem auch Erzähler, Meister, Spielleiter, Dungeon Master, Game Master oder Keeper genannt. Die Aufgabe der Spielleitung ist es, die Regeln, die Welt, die Personen in der virtuellen Welt und die Aufhänger der Geschichte vorzugeben. Die Personen, die von der Spielleitung dargestellt werden, heissen Nichtspielercharaktere oder kurz NSC.</p>
<p>Es gibt auch <a href="https://www.ironswornrpg.com/" target="_blank" rel="noopener">spielleitungslose Rollenspiele</a> oder völlig freie Spiele, wo die SpielerInnen ganz ohne Regeln tun und lassen können, was sie wollen. Wichtig ist, dass zwischen den Charakteren (in game, in time, in der Rolle) und den SpielerInnen (out game, out time, ausserhalb der Rolle) unterschieden wird, die die Charaktere spielen.</p>
<h2><strong>Wie funktioniert Rollenspiel?</strong></h2>
<p>Zur Erklärung der Spielweise gibt es <a href="https://penandpaper.blog/warhammer-liebe-auf-den-ersten-blick/" target="_blank" rel="noopener">Regelwerke</a>, Hintergrundbände, Monsterhandbücher, Magiehandbücher, Regionenbände, Waffenbände und Abenteuerbände. Viele davon umfassen mehrere hundert Seiten Inhalt in kleinster Schriftgrösse. Haben muss ich die alle nicht, wenn es auch sehr hilfreich ist, weil ich mir dann nicht <a href="https://penandpaper.blog/homebrew-selbstgebrautes-rollenspiel/" target="_blank" rel="noopener">alles selbst ausdenken</a> muss.</p>
<h2><strong>Ein Beispiel einer Rollenspielszene</strong></h2>
<p><strong>Spielleitung:</strong> Ihr befindet euch auf einem Weg in einem Wald. Es ist kalt und nass. Hier möchte keine/r länger verweilen. Die Bäume sind gross und sorgen dafür, dass kaum Tageslicht auf den Boden fällt. Hinter euch hört ihr seltsame Geräusche, eine Art Schlurfen, welches euch schon vor zwanzig Minuten aufgefallen ist. Plötzlich kommt ihr an eine Weggabelung. Hier teilt sich der Weg. Links geht es zu einem kleinen Bach. Dort scheint etwas mehr Licht ins Dickicht zu dringen. Rechts dagegen geht es geradewegs auf eine kleine Blockhütte zu, aus der Rauch dringt. Was wollt ihr tun?</p>
<p><strong>SpielerIn 1:</strong> Ich schnalle mein Gepäck etwas enger, weil die Riemen mir schon während der ganzen Reise an den Schultern scheuern. Dann gehe ich in die Hocke, um mich kurz auszuruhen. Schliesslich sage ich: «Also ich bin dafür, dass wir zur Hütte gehen und klopfen. Vielleicht kann uns jemand den Weg weisen.»</p>
<p><strong>SpielerIn 2:</strong> Ich mache ein erschrockenes Gesicht: «Auf keinen Fall! Wer weiss, was da in diesem Verschlag haust? Ich schlage vor, wir gehen den helleren Weg und schauen, dass wir möglichst bald aus diesem Wald herauskommen.»</p>
<p><strong>SpielerIn 3:</strong> Ich ziehe vorsichtshalber meinen Knüppel und horche nach dem Schlurfen, das hinter uns war. Ist es noch da? Ist es gar lauter geworden?</p>
<p><strong>Spielleitung:</strong> Das Schlurfen hat aufgehört, als ihr angehalten habt. Du kannst weder unbekannte Geräusche, noch Bewegung im Wald ausmachen. Ihr scheint alleine zu sein. Für welchen Weg wollt ihr euch entscheiden? Usw.</p>
<h2><strong>Richtig Rollenspielen</strong></h2>
<p>Es gibt ein Sprichwort im Rollenspiel: Die Spielleitung hat immer das letzte Wort. Das muss nicht zwingend so gehandhabt werden, obwohl es oft so gehandhabt wird. Dabei spielt die Spielleitung nicht <em>gegen</em> die SpielerInnen, sondern <em>mit </em>ihnen, um das bestmögliche Erlebnis aus dem Abenteuer herauszuholen. Welches das bestmögliche Erlebnis ist, hängt von der jeweiligen Gruppe ab.</p>
<p>Manche gehen im Schauspiel auf und brauchen kaum Handlung, weil sie mit ihren Charakteren ideal interagieren, andere wollen ausgedehnte Kämpfe spielen und vor allem taktisch auf ihre Kosten kommen. Manchen SpielerInnen reicht es, zuzuhören und kaum aktiv teilzunehmen, weil sie die Geschichte geniessen, die sich in ihrem Kopf entspinnt. Und wiederum andere wollen ständig im Rampenlicht stehen, handeln und mit kreativsten Ideen Erfolge feiern, weil im Rollenspiel alles möglich ist; auch Dinge, die im echten Leben nicht denkbar sind.</p>
<h2><strong>Wofür Würfel?</strong></h2>
<p>Damit die Spielleitung nicht parteiisch sein kann, beziehungsweise sich die SpielerInnen nicht ungerecht behandelt vorkommen, hilft es, ein Zufallsprinzip im Spiel zu haben: Die Würfel.</p>
<p>Jeder Spielercharakter hat Werte, wie gut sie oder er in einer Sache ist. Zum Beispiel: Klettern, Überreden, Biologie, Verkleiden usw. Diese Werte erleichtern oder erschweren einen Würfelwurf. Ob die verlangte Aktion gelingt, entscheiden jedoch die Würfel und somit der Zufall. Was dem Spiel zusätzliche Spannung und meistens auch Spass bringt. Wer auch im Scheitern und nicht nur im Gewinnen Spass findet, hat es dabei besonders gut.</p>
<p>Tätigkeiten, die in einem normalen, alltäglichen Rahmen ausgeführt werden, sollen ohne Würfelwurf gelingen. Wenn jeder in dieser Welt auf einem Pferd reiten kann, sollte dies auch für meinen Charakter kein Problem sein. Wenn ich jedoch mit einem Pferd über eine Schlucht springen will, dann wird auf Reiten gewürfelt, sollte dieser Wurf misslingen, muss ich als Charakter mit dem Ergebnis leben (oder gar sterben).</p>
<h2><strong>Was ist am Rollenspiel so toll?</strong></h2>
<p>Für manche Menschen ist bereits der Gedanke daran, vor anderen zu schauspielern und kreativ sein zu müssen, eine Geschichte zu erfinden, Initiative zu zeigen, zu kämpfen und zu leiden der Horror. Für mich ist es auch nicht immer einfach, aber allein die Tatsache, dass ich Indiana Jones, Star Wars, Game of Thrones, die Avengers oder Sherlock Holmes nicht nur schauen oder lesen, sondern <em>sein</em> kann, fasziniert mich. Die Geschichten, die dabei erlebt werden, die Abende, die man mit Freunden an einem Tisch verbringt und dabei bibbert, lacht und triumphiert, sind unersetzlich.</p>
<p>Und das Beste ist, wenn du dich mit einem Freund Jahre später daran erinnerst: «Weisst du noch, als wir gemeinsam das Geheimnis der verschwundenen Krone auf unkonventionellste Weise gelöst haben?» Dann sind das echte Erlebnisse. Erlebnisse, die im echten Leben nicht möglich sind oder von denen wir froh sind, dass wir das Risiko nicht real eingehen mussten: Über Schluchten springen, gegen Drachen kämpfen und der Mafia das Handwerk legen. Doch wir, wir haben es erlebt. Unglaublich, dass wir all das mit nur Stift, Papier und ein paar Würfeln geschafft haben.</p>
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