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	<title>Simulation Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<description>Analogspieler in der virtuellen Realität</description>
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	<title>Simulation Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Rollenspiel: Kino oder Simulation?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Oct 2022 12:46:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spielt man Rollenspiel, wie einen Kinofilm oder wie die Realität? Ist es realistisch, wenn die Helden nicht nur Rüstungsschutz, sondern auch Plot Armour haben? Ist es zu simulationistisch, wenn der Held in der ersten Session wegen eines Wespenstichs und einem Crit Fail abnippelt? Da scheiden sich die Geister. Ein Versuch, diese Spielarten aufzudröseln, ist mein [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Spielt man Rollenspiel, wie einen Kinofilm oder wie die Realität? Ist es realistisch, wenn die Helden nicht nur Rüstungsschutz, sondern auch Plot Armour haben?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ist es zu simulationistisch, wenn der Held in der ersten Session wegen eines Wespenstichs und einem Crit Fail abnippelt? Da scheiden sich die Geister. Ein Versuch, diese Spielarten aufzudröseln, ist mein Artikel zu den <a href="https://penandpaper.blog/drei-stufen-des-rollenspiels/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">drei Stufen des Rollenspiels</a>. Ich gestehe, ich persönlich bin da sehr breit festgefahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ansprüche an die Spielleitung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will eine Geschichte, die schon da ist und die nicht völlig zufällig im Moment entsteht. Ich will, dass sich die Spielleitung im Vorfeld etwas Grossartiges erdacht hat. Ich will auch, dass die Spielleitung flexibel und demütig genug ist, um etwas Vorbereitetes einfach über Bord zu werfen, sollten wir etwas völlig anderes tun. Ich will, dass der Wespenstich mich umbringt, auch wenn es doof ist. Warum? Weil das die Welt, die Regeln und die Situation verlangen. Wenn mich der Wespenstich nicht umbringt, obwohl die Regeln und der Würfel das sagen, dann ist <em>das </em>für mich Railroading, nicht die vorbereitete Geschichte. Aber mir ist Story-Railroading sowieso einerlei.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der devote Spieler</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenzug bin ich trotzdem bereit, alles über mich ergehen zu lassen, was die Spielleitung will. Ich liefere mich aus. Immer in der Erwartung, dass die Spielleitung nicht von sadistischen Idioten ausgeübt wird. Dann darf die Spielleitung Regeln übersteuern, Würfelwürfe fälschen und komische Ideen für ungültig erklären. Ich würde sogar so weit gehen, ohne Würfel zu spielen und mich komplett auszuliefern. Hier meine Gurgel, beiss zu, wenn du willst. Denn ich will, dass wir die tollste Erzählung erschaffen, zu der wir fähig sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Im Dienste der Story</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da werfen wir Regeln über Bord, Befindlichkeiten über Bord und Egos über Bord. Ich habe einmal einen Podcast gehört, da erzählten ein paar angeberische Rollenspielfreunde davon, wie sie <a href="https://de.wiktionary.org/wiki/PvP" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PvP</a> (Player versus Player) Rollenspiel spielten und dabei die epischsten Tode starben, die fiesesten Intrigen anzettelten und grausame Folter erduldeten. Und das, obwohl sie out-game wussten, was ihre Kollegen vorhatten. Sie waren (angeblich) trotzdem in der Lage so zu tun, als wüssten ihre Charaktere von nichts. Als hätten sie keine Ahnung, dass der Meuchler mit dem Dolch hinter dem Vorhang wartete. Ob ich das glauben kann? Keine Ahnung. Zweifelhaft. Ob es mich fasziniert? Ja doch! Wahnsinnig sogar.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Welt der SL</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich spiele, interessiert mich nicht, ob da gemäss Setting ein Gasthaus sein sollte. Da ist, was die SL sagt. Mich interessiert nicht, wie sich die Lebenspunkte nach acht Stunden Schlaf erholen und wie ich das errechnen muss. Ich lerne es zwar, den anderen zuliebe, aber eigentlich würde mir reichen, wenn die Spielleitung sagt: «Ihr schlaft, da haste fünf Punkte zurück.» Waren es beim letzten Mal acht Punkte, nach acht Stunden? So what? Wir schlafen auch im echten Leben nicht immer gleich erholsam. Wir können auch im echten Leben nicht auf die Regeln pochen oder überhaupt ergründen, warum etwas geschieht, wie es geschieht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der Idealfall</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Voraussetzung dafür ist das Vertrauen in die anderen Spieler und vor allem anderen in die Spielleitung. Wenn alle das Beste wollen, keine Powergamer oder Nichtverlierenkönner dabei sind, dann gibt es doch kein Problem. Schliesslich wollen wir spielen. Spielen, wie in Schauspielen, nicht wie im Sport. Zumindest geht das mir so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will Indiana Jones sein, aber in einer echten Welt, in der er auch an einem Wespenstich sterben kann. Ich will die grosse Geschichte, die ein <a href="https://www.imdb.com/title/tt0082971/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Indiana Jones</a> erleben kann, aber in einer Welt, in der es keine Plot Armor gibt und in der der Bösewicht nicht wartet, bis ich endlich angekommen bin, weil ich vorher noch siebzehn Mal Verborgenes erkennen würfeln wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich will Narration in der Simulation – und die Unsicherheit eines Würfelwurfes. Dann bin ich vollends zufrieden.</p>
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		<title>Drei Stufen des Rollenspiels</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Jan 2022 13:21:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspieltheorie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was steht im Vordergrund? Die Welt? Der Plot? Oder die Geschichte? Diese drei Ansätze ergeben drei verschiedene Stile ein Rollenspiel zu leiten. Theoretische Gedanken zum Rollenspielleiten. Die hier beschriebenen Gedanken entstanden, während ich mir ein Video bei Orkenspalter mit Moritz Mehlem angesehen habe. Es gibt im Rollenspiel drei Stufen, wie man leiten kann. Natürlich ist [&#8230;]</p>
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<h3 class="wp-block-heading" id="was-steht-im-vordergrund-die-welt-der-plot-oder-die-geschichte-diese-drei-ansatze-ergeben-drei-verschiedene-stile-ein-rollenspiel-zu-leiten-theoretische-gedanken-zum-rollenspielleiten">Was steht im Vordergrund? Die Welt? Der Plot? Oder die Geschichte? Diese drei Ansätze ergeben drei verschiedene Stile ein Rollenspiel zu leiten. Theoretische Gedanken zum Rollenspielleiten.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die hier beschriebenen Gedanken entstanden, während ich mir ein Video bei <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.orkenspalter-tv.de/" target="_blank">Orkenspalter</a> mit <a rel="noreferrer noopener" href="https://mantikoreverlag.de/mehlem-moritz/" target="_blank">Moritz Mehlem</a> angesehen habe. Es gibt im Rollenspiel drei Stufen, wie man leiten kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich ist es ein unausgegorener Gedanke und es gibt tausend Arten und Weisen mehr, wie man leiten kann. Jedoch ist es für mich ein guter Leitgedanke (pun totally intended), wie man sein Spiel als Game Master auslegen und anlegen will. Die drei Stufen sind keine Rangliste, also nicht wertend.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jede Spielleitung kann sich die Frage stellen: Geht es (hauptsächlich) um die Story, den Plot oder die Welt?</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="story"><strong>Story</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Hier gibt es eine Geschichte, die abläuft, ob die Heldinnen dabei sind oder nicht. Also wie in einem Film. Die Kamera ist zwar immer mit den Protagonistinnen dabei, wenn diese sich aber nicht am Ort des Geschehens befinden, erfahren sie zum Beispiel erst hinterher von einem Banküberfall. Sind sie vor Ort, weil sie schon vorgängig vom Banküberfall erfahren haben, dann können sie ihn auch verhindern. Sitzen die Charaktere zu Hause auf dem Sofa und Essen Chips, geht die Welt halt unter, weil niemand etwas dagegen unternimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammengefasst: Die HeldInnen können die Geschichte verändern oder verhindern, aber auch verpassen. Es geht um Storytelling (im Rahmen von Simulation und Sandbox).</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="plot"><strong>Plot</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spielleitung passt die Handlung der Story laufend an die Handlungen der Charaktere an. Sitzen die Charaktere zu Hause auf dem Sofa und Essen Chips, muss der Weltuntergang halt warten oder zu ihnen kommen. Der Storypunkt entrollt sich erst, wenn die Charaktere anwesend sind, sonst würden sie ihn ja verpassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammengefasst: Die Geschichte besteht aus Eckpunkten (Plot), wie und wann und wo Dinge geschehen, bleibt aber völlig offen. Es geht um die Dramaturgie im nicht negativ gemeinten Sinne von Railroading; der Spannungsbogen soll erhalten bleiben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="welt"><strong>Welt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt keinen Plot, Charaktere stolpern durch eine Welt in der nichts story-getriebenes geschieht und die Spielleitung schaut zum Beispiel mit Zufallstabellen, was passiert. Der Drache wohnt schon immer im Wald neben dem Dorf, in dem die Heroen aufgewachsen sind. Und wenn sie da zu früh und unvorbereitet hingehen, war es das für sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es geht also «nur» um die Welt, gefüllt mit Orten, NSCs und Herausforderungen, die die Helden besuchen können; eine Geschichte gibt es aber nicht. Genau wie im echten Leben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammengefasst: Die Geschichte entsteht, indem man sie erlebt. Es geht um das Erkunden und Erfahren einer Welt (im Rahmen von Simulation und Sandbox).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier schliesst sich der Kreis. Weil hier ja auch alles einfach passiert, wie es in der Welt passieren soll, aber halt nicht als Geschichte, die chronologisch abläuft, sondern als Welt, die einfach so ist, wie sie ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="mein-rollenspielstil"><strong>Mein Rollenspielstil</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, die Beschreibungen geben einen Überblick, was die drei Stufen meinen und inwiefern sie sich unterscheiden. Meist ist das Spiel ja ein Mix aus den drei Stilen. Ich bevorzuge persönlich die erste Variante. Es gibt ein Verbrechen, wenn ihr es nicht lösen könnt oder wollt, so what!? Es ist passiert und es hat Folgen. Ihr geht woanders hin? Auch gut. Doch es gibt Plotpunkte, es gibt eine Story, die spannend zu verfolgen ist, wenn man ihr folgt. Man muss ihr aber nicht folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darum bin ich für eine Storytelling und plotgetriebene Spielweise, weil alles andere für mich nur stumpfsinniger Zufall ist. Ich will etwas erleben, wie James Bond und Indiana Jones. Die erleben tolle Geschichten und trampeln auch nicht einfach ein bisschen durch eine unbekannte Welt, in der Hoffnung es läuft etwas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meiner ist also der Story-Ansatz. Trotzdem werden die Spielenden nicht durch die Story geschleift. Und wenn sie das Kaufabenteuer durch unbewusstes oder absichtliches Abweichen kaputt machen und nie erfahren, was es mit der Geschichte auf sich hat, dann sei es drum – sie haben die freie Wahl.</p>
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