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	<title>WFRP Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<description>Analogspieler in der virtuellen Realität</description>
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	<title>WFRP Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Frust und Lust mit
The Enemy Within</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 15:05:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kampagne «The Enemy Within» oder «Der Innere Feind» für Warhammer Fantasy Roleplay gilt als Klassiker des Pen and Paper Rollenspiels. The Enemy Within verbindet eine dichte Atmosphäre mit einer mit der grossen Kelle angerührten Handlung, verlangt Spielleitung und Gruppe allerdings einiges ab. Zwischen erzählerischer Tiefe, hoher Komplexität und gelegentlicher Linearität entfaltet sich ein forderndes [&#8230;]</p>
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The Enemy Within</a> erschien zuerst auf <a href="https://penandpaper.blog">Penandpaper.blog</a>.</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Kampagne «The Enemy Within» oder «Der Innere Feind» für Warhammer Fantasy Roleplay gilt als <a href="https://penandpaper.blog/die-groessten-rollenspielkampagnen-aller-zeiten/" type="link" id="https://penandpaper.blog/die-groessten-rollenspielkampagnen-aller-zeiten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Klassiker des Pen and Paper Rollenspiels</a>.</h4>



<p class="wp-block-paragraph">The Enemy Within verbindet eine dichte Atmosphäre mit einer mit der grossen Kelle angerührten Handlung, verlangt Spielleitung und Gruppe allerdings einiges ab. Zwischen erzählerischer Tiefe, hoher Komplexität und gelegentlicher Linearität entfaltet sich ein forderndes Spielerlebnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich durch die Foren des Internet wühlt, findet Hass und Liebe für diese Kampagne und das unter Umständen mit den gleichen Argumenten. Was den einen Frust beschert, macht den anderen Lust. Ich leite die Kampagne gerade und kann beides verstehen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Zehn Bücher stark</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich in den späten 1980er Jahren für die erste Edition von Warhammer Fantasy Roleplay veröffentlicht, wurde «The Enemy Within» für die vierte Edition von Cubicle 7 (<a href="https://ulisses-spiele.de/die-innere-feind-kampagne-erstmals-vollstaendig-auf-deutsch/" type="link" id="https://ulisses-spiele.de/die-innere-feind-kampagne-erstmals-vollstaendig-auf-deutsch/">in Deutsch bei Ulisses</a>) umfassend neu aufgelegt und überarbeitet. Die Kampagne besteht jetzt aus fünf zentralen Bänden: Enemy in Shadows, Death on the Reik, Power Behind the Throne, The Horned Rat und Empire in Ruins. In ihrer modernen Form umfasst die Kampagne deutlich über tausend Seiten Material und ist auf eine mehrjährige Spielzeit ausgelegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ergänzt werden diese Bände in der vierten Edition durch Companion-Bücher, die zusätzliche Szenen, Hintergrundinformationen und alternative Spielansätze liefern. Für Freaks, Nerds und Unersättliche sind die Companions Pflicht, selbstverständlich auch für Komplettsammler. Um die Kampagne zu spielen allerdings nicht. Im Gegenteil, schon die eigentliche Kampagne enthält Informationen genug, sodass die Begleitbände fast des Guten zu viel sind. Hinter vorgehaltener Hand: Keiner braucht die, sie sind bestenfalls interessant. Und kosten eine Stange Geld.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="520" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-coach-1024x520.jpg" alt="Kutsche der inner Feind" class="wp-image-2274" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-coach-1024x520.jpg 1024w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-coach-300x152.jpg 300w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-coach-768x390.jpg 768w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-coach-1536x780.jpg 1536w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-coach-1320x670.jpg 1320w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-coach.jpg 1625w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Image: Cubicle 7</figcaption></figure>



<h4 class="wp-block-heading">Viel Atmosphäre, grosser Bogen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Eine der grössten Stärken von «The Enemy Within» liegt in ihrer besonderen Atmosphäre. Das Imperium erscheint nicht als glanzvolle Fantasy, sondern als gefährliche, von Korruption, Aberglauben und Politik durchzogene Welt. Diese Low Fantasy sorgt dafür, dass kleine Ereignisse Gewicht bekommen. Bedrohungen lauern überall.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kampagne entfaltet ihre Wirkung durch den grossen Erzählbogen. Was als lokales Abenteuer beginnt, ufert Schritt für Schritt zu einer Verschwörung aus, die das gesamte Reich betrifft. Dabei werden Ermittlungen, Reisen entlang des Flusses Reik und Intrigenspiel zu abwechslungsreich kombiniert. Wenn man das Internet durchstöbert, findet man viele Aussagen zur intensiven Welt, die zu erleben TEW ausmacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt der starke Fokus auf eigentliches Rollenspiel und wenig Kampf. Entscheidungen sind selten eindeutig, moralische Grauzonen bestimmen das Geschehen, soziale Interaktionen stehen im Vordergrund. Das führt manchmal auch dazu, dass die Spielenden sich nicht im Klaren sind, ob sie sich gerade auf dem Holzweg befinden.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht lang, dafür tief</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Was mir auch auffällt ist, dass die Handlung der Abenteuer sich meist relativ kurz zusammenfassen lässt. Trotzdem füllt man ein ganzes Buch, dessen Handlung sich aber in ein paar Bulletpoints auflisten lässt. Wie? Indem man jeden Schnürsenkel beschreibt und vor allem, indem man jegliche erdenkbare Handlung der Charaktere versucht vorwegzunehmen und zu beschreiben, was das für die Kampagne dann bedeutet und wie darauf zu reagieren ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1024" height="492" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-ambush.jpg" alt="Ambush The Enemy Within" class="wp-image-2273" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-ambush.jpg 1024w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-ambush-300x144.jpg 300w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-ambush-768x369.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Image: Cubicle 7</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Ergebnis, dass es für die Spielleitung (also mich) fast unmöglich ist, so viele Details zu verinnerlichen und ich dafür kaum die eigentlichen, tragenden Pfeiler der Story herausfinden kann. Das Sprichwort «Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen» war noch nie so treffend wie hier. Die Kampagne ist nicht lang, sondern dicht. Auf einer doch eher kurzen Timeline befinden sich oben und unten so viele Informationen und Notizen, dass die ganze Kampagne zu kippen droht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich das schreibe, geht mir gerade ein Licht auf: Eigentlich ist es bei The Enemy Within wie mit allem bei Warhammer Fantasy Roleplay! Die Karten sind so überladen, dass man kaum die Städte erkennt und die Namen lesen kann, geschweige denn die Grenzen und Flüsse auf den ersten Blick sieht. <a href="https://penandpaper.blog/warhammer-fantasy-roleplay-mit-anderen-regeln/" type="link" id="https://penandpaper.blog/warhammer-fantasy-roleplay-mit-anderen-regeln/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Regeln von WFRP 4e</a> sind per se «too much», weshalb wir die Kampagne auch mit den Regeln von <a href="https://penandpaper.blog/warlock-von-system-matters-rezension/" type="link" id="https://penandpaper.blog/warlock-von-system-matters-rezension/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">«Warlock!»</a> spielen. Die Lore von Warhammer ist so voll mit Gottheiten, Ländern, Völkern, Kalendern, Währungen, Fraktionen und Geschichte, dass es echt schwierig ist, das alles bereitzuhalten. Und diese Kampagne reiht sich einfach nur in diese Aufzählung ein: Sie ist etwas voll, etwas unübersichtlich, insgesamt etwas zu viel. Also widmen wir den Mängeln der Kampagne doch ein eigenes Kapitel…</p>



<h4 class="wp-block-heading">Nicht über alle Zweifel erhaben</h4>



<p class="wp-block-paragraph">So beeindruckend die Kampagne ist, so deutlich treten auch ihre Schwächen hervor. Besonders häufig wird die stellenweise Linearität kritisiert. Trotz vieler Möglichkeiten wirkt die Story oft vorgegeben, sodass Entscheidungen nicht immer die erhoffte Tragweite entfalten. Oft kommen und gehen NSCs, Hooks und Momente, von denen man nicht weiss, ob sie völlig unwichtig oder essentiell sind.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="640" height="305" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-emperor-1.webp" alt="Der Imperator hoch zu Ross" class="wp-image-2275" srcset="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-emperor-1.webp 640w, https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/the-enemy-within-emperor-1-300x143.webp 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Image: Cubicle 7</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der hohe Vorbereitungsaufwand stellt eine Hürde dar. Die Vielzahl an Nichtspielerfiguren, Handlungssträngen und versteckten Informationen verlangt von der Spielleitung viel Zeit, Energie und Motivation. Ohne sorgfältige Vorbereitung geht einiges an Flair verloren und schlimmstenfalls sogar wesentliche Elemente, die die Geschichte zum Stillstand bringen und dann noch mehr Improvisationstalent erfordern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Erzähltempo ist in den verschiedenen Abschnitten sehr unterschiedlich. Einige Abschnitte ziehen sich in die Länge, während andere relativ schnell abgehandelt werden. Problematisch ist auch die Abhängigkeit von bestimmten Hinweisen. Werden zentrale Informationen übersehen, kann die Handlung ins Stocken geraten oder erfordert improvisatorisches Eingreifen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Regieanweisungen benötigt?</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Der Wechsel zwischen düsterem Horror, politischer Satire und klassischem Abenteuer wird von manchen als reizvoll empfunden, von anderen jedoch kritisiert. Ich finde es persönlich etwas schwierig. Wie sollen die Spielenden wissen, dass das nun der detektivische Teil <a href="https://penandpaper.blog/einfacher-cthulhu-spielen/" type="link" id="https://penandpaper.blog/einfacher-cthulhu-spielen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">à la Cthulhu </a>sein soll? Gar nicht. Denn wenn sie das bei den anderen zehn Teilen von sich aus versuchen täten, wäre das eine Katastrophe. Aber in diesem einen Teil ist es sogar verlangt. Muss ich nun als Spielleitung metagamingmässig ankündigen: «So, hier solltet ihr nun aber Ermittlungen anstellen.» Irgendwie doof. Ah, ja, die hohe Tödlichkeit des Systems kann ebenfalls zu Frustration führen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Die richtige Einstellung</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, das A und O liegt darin, dass die Gruppe WFRP kennt und sich der Welt hingeben kann. Wer mächtige High Fantasy erwartet, Mysterien bis zur Lösung verfolgen will oder jedem Hinweis nachgeht, als wäre dies zwingend die Main Story, wird sich verzetteln, den Überblick und den Spass verlieren.<br>Wer Bock auf Storytelling, schrille Erlebnisse, eine bunte, reiche Welt und viele tolle Begegnungen mit Twists mag, der ist hier goldrichtig. Wie auch Masken des Nyarlathotep nicht repräsentativ für Call of Cthulhu ist, so ist auch Der Innere Feind nicht repräsentativ für Warhammer Fantasy Rollenspiel 4e.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Fazit</h4>



<p class="wp-block-paragraph">«The Enemy Within» ist ein Meilenstein des Rollenspiels, der seinen Ruf vor allem seiner dichten Atmosphäre, seinem grossen erzählerischen Anspruch und seinen vielfältigen Rollenspielmöglichkeiten verdankt. Und wenn wir ehrlich sind, verdankt die Kampagne TEW ihren Ruf am allermeisten ihrer Legacy. Sie war die erste, die tat, was sie halt so tut. Vor vierzig Jahren war das alles noch mindblowing. Man muss sich bewusst sein, dass man hier, trotz Facelifting, einen Oldie, Entschuldigung, Evergreen spielt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="741" height="425" src="https://penandpaper.blog/wp-content/uploads/2026/04/death-on-the-reik.avif" alt="Berebeli auf dem Reik" class="wp-image-2272"/><figcaption class="wp-element-caption">Image: Cubicle 7</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch gerade das Alter der Kampagne führt dazu, dass sich das Design (nicht das visuelle) nicht gerade modern anfühlt. Das ist zwar so, als ob man die Rockklassiker unter den Schallplatten aus den 70ern als «nicht modern» kritisieren würde, nämlich sinnlos und ungerecht. Aber irgendwie wäre es halt doch auch falsch, es als zeitgemäss, frisch und modern zu verkaufen. TEW ist ein Schwergewicht und Leckerbissen. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine Kampagne, die nicht nur unterhält, sondern eine Spielgruppe über Jahre hinweg prägen kann… im Guten, wie im Schlechten.</p>
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		<title>Warhammer: Liebe auf den ersten Blick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jan 2022 00:58:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Warum Warhammer Fantasy Role-play viel Liebe verdient und total unterschätzt wird. Hoffentlich wird sich das mit der vierten Edition ändern. Denn dieses System bietet liebevolle Produkte und grossartige Abenteuer, wie kaum ein anderes. Ich kannte das Games Workshop Logo aus meiner Jugend und ich kannte den Namen Warhammer bereits. Doch Echtzeitstrategie gebe ich mir, wenn [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum <a href="https://ulisses-spiele.de/spielsysteme/warhammer-40-000-warhammer-fantasy/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warhammer Fantasy Role-play</a> viel Liebe verdient und total unterschätzt wird. Hoffentlich wird sich das mit der vierten Edition ändern. Denn dieses System bietet liebevolle Produkte und grossartige Abenteuer, wie kaum ein anderes.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kannte das Games Workshop Logo aus meiner Jugend und ich kannte den Namen Warhammer bereits. Doch Echtzeitstrategie gebe ich mir, wenn überhaupt, lieber als Computerspiel. Das Miniaturenspiel, auch Püppchenschubsen genannt, hat für mich nur einen beschränkten Reiz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war die Zeit, als ich mich nach zwanzig Jahren Abstinenz wieder für Rollenspiele zu interessieren begann. Ich bestellte mir gleich vier Einsteigerboxen und las drei davon durch. Ich wollte sehen, was diese Boxen zu bieten haben und erhoffte mir einen leichten Einstieg und einen Überblick über verschiedene Rollenspielsysteme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich begann mit DSA 5, kämpfte mich durch Dungeons &amp; Dragons 5E «Die verlorenen Minen von Phandelver» und landete bei Warhammer Fantasy Roleplay, in das ich mich sofort verliebte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Liebsame Überraschung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das tollste im Leben sind doch Überraschungen. Hohe Erwartungshaltung, schnelle Enttäuschung, tiefe Erwartungshaltung, positive Überraschung. Von Warhammer hört man jeweils, dass es so düster oder eben dark and gritty ist, wie die Community zu sagen pflegt. Das kann ich nicht komplett leugnen. Wer auf Kämpfen aus ist, hat hier schlechtere Karten, als im Heldenspiel Dungeons &amp; Dragons. Warhammer ist «From Zero to Hero», falls man nicht vorher zu viele Korrumpierungspunkte sammelt oder einfach den Löffel abgibt. Doch dieser Ansatz, als kleiner Niemand in einer hässlichen Welt bestehen zu müssen, ist einfach nur toll.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alt und endlich schön</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Warhammer Fantasy Role-play ist eines der ältesten Fantasy-Rollenspiele und existiert seit den 80er-Jahren. Da ich es erst jetzt kennenlernte, darf ich sagen, dass ich die Illustrationen der ersten Edition schauerlich finde. Die von der aktuellen 4e sind dafür umso toller. Kein anderes mir bekanntes Fantasy-Rollenspiel hat derartig dynamische Illustrationen, auch wenn Pathfinder nahe an WFRP herankommt. Die Bilder wirken teilweise, als ob sie Bewegung enthielten. Als ob es keine Standbilder sondern Animationen wären. Ein tolles Beispiel dafür ist das Coverbild von «Rauhe Nächte und Harte Tage». Auch die Illus der SC und NSC sind sehr realitätsnah, aber eben doch überzeichnet und comic-haft, was mir persönlich enorm gefällt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mittelalter statt Fantasy</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer vom Mittelalter fasziniert ist, findet hier seinen Frieden. Das Mittelalter war hart, dreckig und stinkig und so ist auch WFRS. Hier gibt es keine glänzenden Rüstungen und keine Magierstäbe auf Stufe eins, die sogar Gandalf vor Neid erblassen liessen. Hier geht der Agitator mit der Flusswache in die Kaschemme und hofft, keinen Ärger zu kriegen. Wer keine Allmachtsphantasien ausleben muss, ist hier gut aufgehoben. Denn diese Welt hat Rettung nötig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie Cthulhu Fantasy</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Forumsdiskussion schrieb mir einer als Erklärung, Warhammer Fantasy sei mehr wie Fantasy-Cthulhu, als wie D&amp;D. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Die Abenteuer handeln von Intrigen und Investigation, nicht vom Monster erschlagen. Sie sind oft clever gestrickt und enthalten viele Erzählstränge, die parallel zueinander ablaufen. Die Abenteuer kommen teils fast ohne Kampf aus und lassen sich ideal zu Kampagnen zusammenfügen. Wer trotzdem kämpfen will oder muss, könnte es schwer haben. Auch das eine Parallele zu Cthulhu. Korrumpierungspunkte ersetzen den Sanity Loss, aber auch bei Warhammer kommen die Kulte nicht zu kurz.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Geniale Abenteuer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abenteuer aus der D&amp;D-Einstiegskiste hat kaum Plot und verläuft von A nach B, dann wird gekämpft. Von B nach C, dann wird gekämpft. Es wird gekämpft und gelootet, von Ort zu Ort, von Raum zu Raum. Die Drucksachen von D&amp;D sind eher mager und gewöhnlich. Nicht so die Einsteigerbox von Warhammer Fantasy Rollenspiel. Hier gibt es wunderhübsche Heldenbögen, Pappmarker, einen Abenteuerband, der für einige Abende reicht und einen Städteband, der gleich noch einmal Plotideen für viele weitere Spielabende liefert. Kurz gesagt, die Box ist ergiebig. Hier wird nicht versucht, dir wenig zu geben, um Kosten zu sparen und dich zu weiteren Käufen zu verleiten. Hier wird versucht dir so viel zu bieten, dass du knietief in Spielerlebnissen waten darfst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein Einzelfall</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Also bestellte ich mir das Regelwerk von Warhammer Fantasy und war wieder platt. Während D&amp;D seine Inhalte bekanntlich auf drei Bände verteilt, wobei der Dungeon Master’s Guide noch nicht einmal die Spielregeln enthält (welch Irreführung!), kommt WFRP in nur einem dicken Wälzer daher, der auch noch mit partiellem Glanzlack, wunderbar dynamischen Illustrationen und unglaublich tollen Einführungsseiten daherkommt. Der Humor kommt nicht zu kurz und so hat diese Welt immer einen comicartigen Touch, also ob Asterix, Monty Python und das Mittelalter sich hier gefunden hätten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regeln für den Einstieg</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regeln sind bei WFRS zwar etwas komplizierter als bei D&amp;D, dafür sind ganz viele von ihnen optional. Wer keinen Bock auf das Studium des Regelbuchs hat, kann aber auch mit leichten Regeln sehr schnell und einfach spielen. Die Einsteigerbox führt einen sanft an das Spiel heran und liefert gleich ein sehr spassiges, investigatives und gar nicht so kämpferisches Abenteuer, das Lust auf mehr macht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine runde Sache</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Spiel ist in vielerlei Hinsicht keine leichte Kost, dafür wird einem fürs Geld grosszügig etwas geboten. Die Produkte sind liebevoll gemacht, ohne bei den Druckkosten zu sparen und machen deshalb Freude. Die Abenteuer sind dicht und humorvoll, enthalten gar nicht so viel Kampf, dafür so manche Überraschung.</p>
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