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	<title>Schach Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<description>Analogspieler in der virtuellen Realität</description>
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	<title>Schach Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Ode ans Schach</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Feb 2022 21:17:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nerd stuff]]></category>
		<category><![CDATA[Schach]]></category>
		<category><![CDATA[Spiel der Könige]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich bin ein grottenschlechter Spieler, ich gebe es zu. Ich habe erst mit 39 Jahren gelernt zu spielen, ja es mir selber beigebracht. Wie gut kann man da noch werden? Die Gehirnwindungen sind schon verdrahtet und etwas oxidiert. Ich komme nicht einmal auf eine Elo-Zahl von 800 – das ist totales Anfängerniveau. Aber es macht [&#8230;]</p>
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<h3 class="wp-block-heading">Ich bin ein grottenschlechter Spieler, ich gebe es zu. Ich habe erst mit 39 Jahren gelernt zu spielen, ja es mir selber beigebracht. Wie gut kann man da noch werden?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gehirnwindungen sind schon verdrahtet und etwas oxidiert. Ich komme nicht einmal auf eine Elo-Zahl von 800 – das ist totales Anfängerniveau. Aber es macht mir Spass.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schach ist alles. Schach ist wie das Leben. Es ist Kunst, Kampf, Schönheit, Logik, Intuition und Mathematik. Es hat immer die gleiche Ausgangslage, aber 10 hoch 42 Möglichkeiten. Nach dem ersten Zug beider Farben sind schon 400 verschiedene Stellungen möglich. Schach ist schwarz und weiss, rational versus emotional, es ist Spiel und Sport, archetypisch, sinnvoll, lustvoll und sinnlos. Es fördert vieles und hindert auch, weil es viel Denkkapazität und Zeit benötigt, wenn nicht sogar verschwendet. Es ist polar und intuitiv. Es ist wie klassische Musik und Jazz. Es reift – und funktionierte bei mir erst im reifen Alter. Doch auch als kindliches Spiel hat es Erfolg. Es ist in Mode und gleichzeitig zeitlos. Ich kann es nicht. Aber es macht mich glücklich.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schach ist vielfältig</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Virtuosen, Weltmeister, Spitzensportler, Millionäre, die Schach betreiben. Es gibt Grossmeister, die Modelverträge haben, aber auch sogenannte <a href="https://www.youtube.com/watch?v=bRl7Q9xc_-Y" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hustler</a>, mittellose Menschen, die in einem Park in New York auf einem schmierigen Brett mit abgeblätterter Farbe dem leichtsinnigen Touristen einen schnellen Dollar abknöpfen. Es ist wie Fussball, von der Favela bis zum Reichenviertel wird Schach gespielt. Manchmal sind die Figuren halt aus Plastik, bei den anderen dafür aus Kristallglas oder Tropenholz.</p>



<figure class="wp-block-image"><img decoding="async" src="https://media-exp1.licdn.com/dms/image/C4D12AQHuf4tUeLCqcQ/article-inline_image-shrink_1500_2232/0/1520263003080?e=2147483647&amp;v=beta&amp;t=ZNE6HnTrSkwO8wVW_HEqJRkxQFqMvFpUbWZBdnATbUM" alt="Schachfiguren" title="Schachfiguren"/></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Zeiten des kalten Krieges, als <a href="https://www.youtube.com/watch?v=QxvnEwvgfeI" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bobby Fischer</a> und <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Boris_Spassky" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Boris Spasski </a>sich massen, war es eine nicht tödliche Propagandawaffe. Und es führte vor, wie schnell Schach Menschen vom Genie zum Paranoiker machen kann. Denn Schach ist Krieg. <a href="https://penandpaper.blog/faszination-fantasy/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Es ist Gut gegen Böse</a>. Wie Lord of the Rings oder wie Star Wars. Es gibt unzählige Bücher und Filme über Schach. Es ist ja auch schon 1400 Jahre alt. Viele teils geschichtsträchtige Menschen vieler Kulturen haben schon irgendeine Form des Schachs gespielt. Präsidenten, Generäle und Bundesräte. Es ist Feindschaft aber auch Freundschaft. Es ist Entspannung und Anspannung. Es ist Klassik. Schwarz und weiss, wie eine Klaviertastatur. Es ist ein einfacher Zeitvertreib, wie ein Kartenspiel. Aber es ist auch hochkomplex, eine Wissenschaft und komplett ohne Zufall.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Schach ist transparent</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Schach ist alles zu hundert Prozent transparent. Es gibt keinen Glücksfaktor. Niemand zieht eine Karte aus einem Stapel. Keiner wirft einen Würfel. Alles ist da und alles ist jederzeit zu sehen. Und das Beste, es erzählt eine Geschichte. Es ist Storytelling. Es hat eine Dramaturgie. Es spielt in drei Akten: Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel. Wobei nicht immer ganz klar ist, wann das eine in das andere übergeht. Es entwickelt sich und ist immer anders, obwohl es immer gleich ist. Jedes Schachspiel fühlt sich wieder anders an, wie ein Buch, wie ein Film. Es ist universell, erleuchtend, ermüdend und sauschwierig, wenn man es ernst nimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich ins Schach verguckt und es macht mir nichts aus, dass mein sechsjähriger Sohn mich darin schlägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Text erschien am 5. März 2018 auf LinkedIn und passt wunderbar in die Kategorie Nerd Stuff (off-topic).</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Man muss nichts können</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Dec 2021 14:50:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gelegenheitsspieler]]></category>
		<category><![CDATA[Gutes Rollenspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kniffe]]></category>
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		<category><![CDATA[Voraussetzungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für gutes Rollenspiel muss man nichts mitbringen. Rollenspiel ist so schwammig wie Kommunikation oder Kunst. Es gibt Kriterien für gutes Rollenspiel, doch die sind subjektiv und veränderbar. Pen und Paper leiten? Ich glaube, das kann ich nicht. Beherrsche ich gutes Rollenspiel? Was, wenn ich das gar nicht kann? Rollenspiel ist gut, wenn alle am Tisch [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Für gutes <a href="https://penandpaper.blog/was-ist-rollenspiel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspiel</a> muss man nichts mitbringen. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rollenspiel_(Spiel)#Pen-&amp;-Paper-Rollenspiel" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspiel</a> ist so schwammig wie Kommunikation oder Kunst. Es gibt Kriterien für gutes Rollenspiel, doch die sind subjektiv und veränderbar.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Pen und Paper leiten? Ich glaube, das kann ich nicht. Beherrsche ich gutes Rollenspiel? Was, wenn ich das gar nicht kann? Rollenspiel ist gut, wenn alle am Tisch es gut finden und das ist ein langer Weg und auch ein bisschen Glücksache. Aber von vorn&#8230;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Vergleich</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe versucht im hohen Alter Schach zu lernen. Hohes Alter verglichen mit dem Einstiegsalter von richtig guten Schachspielern. Wer mit zwanzig, dreissig oder vierzig noch anfängt Schach zu spielen, wird es kaum mehr zum Grossmeister bringen. Die wenigsten jedenfalls. Ich habe drei Jahre lang beinahe täglich Schach geschaut, gespielt und trainiert und bin jetzt besser als Gelegenheitsspieler, aber immer noch im Anfängerstadium. Leider. Das wird sich wohl auch nicht mehr massgeblich ändern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein Können verlangt</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht ist: fürs Rollenspiel muss man nichts können. Eine ketzerische Aussage für manchen, ich weiss. Aber es ist so. Ja, Menschen, die ihr Leben lang Rollenspiel gespielt haben, kennen die Begriffe, die Möglichkeiten, Kniffe und Tricks; doch es gilt nicht, Leistung zu erbringen. Selbst sogenanntes ergebnisorientiertes Rollenspiel ist so schwammig, dass man es nur in der Tendenz besser oder schlechter nennen kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst, wenn jemand die Regeln richtig gut kennt und einzusetzen weiss, dabei wenig Lebenspunkte verliert und den Gegner optimal bekämpft, heisst das nicht, dass er damit die Geschichte voranbringt, oder dass er seine Rolle gut spielt. Auch nicht, dass er sich deshalb gut in die Gruppe einfügt oder Spass hat.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Was ist gutes Rollenspiel?</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dann die alte Frage: Gibt es gutes und schlechtes Rollenspiel? Was ist gutes Rollenspiel, wie spielt man es richtig? Die Regeln einzuhalten ist für manche ein Kriterium. Für andere wiederum sind die Regeln zweitrangig und manche davon optional. Für sie liegt die Story im Vordergrund. Die <a href="https://twitter.com/hashtag/Rollenspielpolizei?src=hash" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rollenspielpolizei</a> mag das anders sehen. Doch wer soll das überhaupt sein und anhand von was soll irgendjemand jemand anderem den Spass verbieten dürfen?</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>K(l)eine Hürden</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Pen und Paper ist niederschwellig. Okay, es hilft, wenn man Schauspielern kann, aber vielleicht ist es ja genau dieses ausschweifende Spiel, dass die ganze Gruppe so nervt. Und ja, es hilft, wenn man sozial ist und den anderen ihr Spotlight gönnt, doch vielleicht sind die anderen ja ganz froh, zusehen zu können und nicht ständig liefern zu müssen. Pen-und-Paper-Rollenspiel ist so komplex wie jedes andere soziale Gefüge, welches das menschliche Bewusstsein beinhaltet. Wohl auch deshalb ist überhaupt die Rollenspieltheorie entstanden, die zwar hilfreich aber wieder ebenso schwammig ist, wie gutes Rollenspiel. Am Ende kann einfach jede/r Rollenspiel spielen. Alles andere wäre, als würde man zum Uno spielen Voraussetzungen verlangen. Rollenspiel kennt keine Voraussetzungen, keine Grenzen und verbindet auch gerade deswegen. Wer kann, der kann.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Einfach anfangen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Egal, ob du spielen oder leiten willst, das Wichtigste ist, es einfach zu tun. Denn wie bei allem hilft einem die Erfahrung, Hemmungen abzubauen und mit Situationen einfacher umgehen zu können, doch am Ende ist alles sowieso subjektiv. Und wenn jedes Puzzleteil der Gruppe am Ende subjektiv Spass hat – dann ist das doch gutes Rollenspiel.</p>
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