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	<title>Philosophie Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<description>Analogspieler in der virtuellen Realität</description>
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	<title>Philosophie Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Ich mag den «modernen Ansatz» nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2025 18:24:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspieltheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Rant]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspielphilosophie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich sehe immer wieder die Lobpreisung und Vergötterung von Spielerfreiheit, Sandbox und Selbstverwirklichung. Jede Form von Einschränkung gilt als schlechtes Rollenspiel, das keinen Spass machen kann. I agree to disagree. Woher kommt eigentlich die Idee, dass es nur gutes und modernes Rollenspiel ist, wenn die Spielenden machen können, wozu sie gerade Lust haben? Darum geht [&#8230;]</p>
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<p></p>



<p></p>



<h4 class="wp-block-heading">Ich sehe immer wieder die Lobpreisung und Vergötterung von Spielerfreiheit, Sandbox und Selbstverwirklichung. Jede Form von Einschränkung gilt als schlechtes Rollenspiel, das keinen Spass machen kann. I agree to disagree.</h4>



<p>Woher kommt eigentlich die Idee, dass es nur gutes und modernes Rollenspiel ist, wenn die Spielenden machen können, wozu sie gerade Lust haben? Darum geht es im Rollenspiel doch gar nicht. Kommt es vielleicht daher, dass man einmal deklariert hat, der grösste Vorteil des Rollenspiels gegenüber PC-Spielen sei, dass man alles tun könne, was man will? Dass es deshalb keine programmierten Einschränkungen geben darf? Oder kommt es daher, dass jede Generation von Menschen sich, noch mehr als die vorangegangenen, wünscht, dass die Welt sich nur um sie allein dreht?</p>



<p>Alles, was ich hier schreibe, meine ich übrigens nicht nur aus der Sicht der Spielleitung, die ich meistens bin; auch als Spieler, empfinde ich so. Ich persönlich will gute Geschichten erleben können und nicht mein Ego befriedigen.</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Ich will kein Player Empowerment</li>



<li>Ich will keine Sandbox</li>



<li>Ich will keine charaktergetriebene Improvisation</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wer ist hier der Ego?</strong></h2>



<p>Die Spielleitung wird dann als Egoistin angesehen, wenn sie einer Geschichte folgen will. Ein Rollenspiel ist kein Roman. Doch Romane sind deshalb so gut, weil sie eben eine gute Geschichte erzählen. Das Coole am Rollenspiel ist, dass du mittendrin sein kannst, statt nur dabei. Und nicht, dass sich alles um dich drehen muss und dir die Wünsche von den Augen abgelesen werden.</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Ich will keine Spieleregos befriedigen</li>



<li>Ich will eine gute Story</li>



<li>Ich will Plothooks</li>
</ol>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Destroy ideas, not stories</strong></h2>



<p>Und ja, ich finde es in Ordnung, wenn meine Spielenden die Story kaputtmachen. Damit musste ich umgehen lernen. Es muss möglich sein. Wenn sie auf einen Plot Hook keine Lust haben, dann ist das doof, aber okay. Dann geht alles den Bach runter und ich muss improvisieren. Das soll mich aber nicht davon abhalten, legendäre, vorgeschriebene Kampagnen zu spielen, die es seit den Achtzigern gibt oder grossartige Geschichten zu erzählen, die bereits für vier Editionen überarbeitet wurden.</p>



<p>Ich sehe es so: Die SL sollte zwar jederzeit bereit sein, die Handlung über Bord zu werfen, wenn die Spielenden keine Lust auf den Plothook haben. Warum sich jetzt aber alles nur noch um Player Empowerment und zufällige Improvisierte Szenen drehen soll, erschliesst sich mir nicht. Das sind selten gute Geschichten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Random Shit</strong></h2>



<p>Ein &#8222;on the spot&#8220; ausgedachtes Ereignis (auch &#8222;Random Shit&#8220; genannt) kann doch unter keinen Umständen so gut sein, wie eine sorgfältig &#8222;gecraftete&#8220; Dramaturgie? Ich sage nicht, dass RS nicht genauso viel Spass machen kann. Das ist Ansichts- und Geschmacksache. Wenn die Gruppe das lieber mag, ist das okay.</p>



<p>Aber wenn man einen Schritt heraus macht und sich das möglichst &#8222;objektiv&#8220; anschaut, kann eine auf der Stelle improvisierte Story doch unmöglich eine gleich gute Geschichte ergeben, wie die mit viel Aufwand konstruierte. Auch Beschreibungen von zuvor ausgedachten Szenen mit der passenden Musik sind doch viel &#8222;perfekter&#8220; als generische Beschreibungen, die entstehen, weil ich jetzt unter Druck grad was liefern muss und ein Standard-Audioteppich dazu.</p>



<p>Das Paradebeispiel ist der immerwährende Tavernenbetreiber, der zu jeder Tages- und Nachtzeit Gläser, Humpen oder Becher mit einem schmutzigen Lappen poliert.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Good fun is not a good story</strong></h2>



<p>Ihr könnt noch so gute Spielende und eine extrem erfahrene SL sein. Ihr dürft gerne Spass haben, wenn ihr RS aneinanderreiht und euch dabei kugeln vor Lachen, das ist voll okay. Das tun wir manchmal auch. Aber in den seltensten Fällen ist das dann eine gute Geschichte. Nichts, dass irgendjemand sich anschliessend im Kino ansehen wollte.</p>



<p>Improv ist lustig und kann auch richtig, richtig gut sein, es wird aber nie ein Bestseller oder Klassiker werden. Warum? Weil es nicht entstehen, reifen, verworfen werden, überarbeitet, gestaltet, geprobt und dargeboten werden konnte. Es ist einfach nur zufälliges Zeug, von dem ab und zu etwas davon genial ist. Aber eben nur ab und zu. Und auch nur, wenn das richtig gute Ausnahmetalente sind. Keine Ottonormalspieler wie du und ich.</p>



<p>Der Beweis? Hast du nicht auch schon erlebt, wie dir andere minutenlang von ihrem «genialen», spannenden und lustigen Rollenspielerlebnis erzählt haben und es für dich banal und ziemlich sinnlos klang? «Dann ist er einfach so durchs Fenster gekracht, statt die Tür zu nehmen und hat dabei auch noch gleich den Kerzenleuchter umgeworfen. Plötzlich brannte das ganze Schloss &#8230;» Klingt meistens wie ein mittelmässiger Mittelalter-Comedy-Streifen. Lustig im Augenblick des Passierens, belanglos für einen Plot.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ich bin so gut</strong></h2>



<p>Oft leiden wir unter grosser Selbstüberschätzung. Ich meine auch, ein guter DM zu sein. Ich bin es unter objektiven Gesichtspunkten aber wahrscheinlich nicht. Man kann auch behaupten, dass Brennan Lee Mulligan und Matthew Mercer ihre Shows nicht scripten. Aber scripten heisst nicht, Text für die Spielenden im Voraus zu schreiben. Scripten bedeutet für mich, <a href="https://www.youtube.com/watch?v=BS0bH_qDIAw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dass Brennan Lee Mulligan minutenlange Beschreibungen in einer Qualität vorträgt</a>, dass man merkt, dass er sich das ganze halbstündige Intro im Vorfeld bereits ausgedacht, getextet und geübt hat. Und das erst macht es so gut. Hätte er keine Ahnung, welche Szene er überhaupt spielen wird, könnte er nur improvisieren. Auch das kann er bestimmt gut, aber es würden nie im Leben so monumentale Szenen daraus entstehen.</p>



<p>Vielleicht sind die meisten von uns dazu gar nicht fähig. Weil wir keine Schauspieler, keine Stimmenimitatoren, Drehbuchautoren und Texter sind. Aber deshalb einfach ein bisschen zu schauen, was gerade passieren wird, das können erst recht nur die Wenigsten. Das ist wie der Unterschied zwischen Improv und einem guten Film.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Dunning-Kruger-Effekt</strong></h2>



<p>Viele glauben, tolle SL zu sein, nur weil sie seit fünfunddreissig Jahren Rollenspiele leiten und spielen. Natürlich, Erfahrung hilft, Reife hilft, Weisheit wächst. Aber ich behaupte, dass die meisten von uns auch nach 100 Jahren Rollenspielerfahrung immer noch nicht gut wären. Wir glauben nur, wir seien es. So wie alle glauben, gute Autofahrer zu sei. Auch jene, die wir als schlechte Autofahrer bezeichnen, glauben gute zu sein. Weil das in unserem Naturell liegt.</p>



<p>Deshalb bedeuten Montagen, Rückblenden, Sandbox etc. noch lange keine gute Story, keine tolle Kampagne. Für die, die sie erleben und geniessen vielleicht schon. Und wenn es nur darum geht, dass genau diese Gruppe von Leuten Spass hat, dann gebe ich ihnen sogar recht. Ich bezweifle allerdings, dass diese Kampagne, von Profis bewertet, auch nur in der Nähe von gut wäre. Wahrscheinlich wäre sie näher bei grottig als bei exzellent. Und wenn es nur darum geht, dass diese eine Gruppe von Leuten richtig glücklich werden soll, mit dem, was sie tun. Dann sollten sie aufhören anderen zu sagen, sie dürften nicht railroaden, Fertigabenteuer spielen und Spielende bevormunden.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ich mag Schienen, sie führen zum Ziel</strong></h2>



<p>Ich persönlich mag es, eine Aufgabe zu kriegen, die ich meistern soll. Also: Hier, nimm den Ring und zerstöre ihn, damit die Welt nicht untergeht! Das flasht mich mehr als: Was möchtest du tun? Hm&#8230; ich will ein Schiff kaufen und um die Weltmeere segeln. Das hat zwar keine Dringlichkeit, aber macht bestimmt Spass. Das Erstere sind Helden, die sich dem Schicksal fügen. Das Zweitere sind verwöhnte Protagonisten, die ihre eigenen Ziele verwirklichen wollen, weil das Leben sich ja schliesslich um Selbstverwirklichung dreht.</p>



<p>Natürlich ist Railroading, also den Spielenden gar keine Optionen zu lassen, Mist. Und natürlich ist das ewig zitierte «Eigentlich willst du nur deinen Roman spielen und brauchst Zuhörende» kein Rollenspiel. Wenn aber einer sagt: «Früher wollte ich nur Geschichten erzählen, deshalb war ich eine schlechte SL», dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Genau darum geht es doch: ums Geschichten erzählen! Um das Erleben von Geschichten! Es ist ein Storytelling-Spiel. Eines mit durchdachter Ausgangslage, Entscheidungsoptionen im Mittelteil und ungewissem Ausgang. Aber eines mit tollen Szenen, einprägsamen Charakteren, einer packenden Dramaturgie und möglichst wenig RS.</p>



<div style="height:48px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Lies auch: <a href="https://penandpaper.blog/worst-case-rollenspiel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">10 Dinge, die dein Rollenspiel kaputt machen</a></p>



<p></p>
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		<title>Immersion im Rollenspiel</title>
		<link>https://penandpaper.blog/immersion/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Feb 2022 08:55:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rollenspieltheorie]]></category>
		<category><![CDATA[bewusst sein]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was heisst das, was soll das und warum ist es wichtig? Immersion ist für mich mitunter etwas vom Wichtigsten im Leben. Nämlich sich einem Thema hinzugeben, sich einzufühlen, einzutauchen. Es geht darum Grenzen zerfliessen zu lassen und das ist doch in fast jeder Hinsicht gut. Seit zehntausenden von Jahren erzählen sich Menschen Geschichten: zur Information, [&#8230;]</p>
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<p></p>



<h3 class="wp-block-heading" id="was-heisst-das-was-soll-das-und-warum-ist-es-wichtig-immersion-ist-fur-mich-mitunter-etwas-vom-wichtigsten-im-leben">Was heisst das, was soll das und warum ist es wichtig? Immersion ist für mich mitunter etwas vom Wichtigsten im Leben.</h3>



<p>Nämlich sich einem Thema hinzugeben, sich einzufühlen, einzutauchen. Es geht darum Grenzen zerfliessen zu lassen und das ist doch in fast jeder Hinsicht gut.</p>



<p>Seit zehntausenden von Jahren erzählen sich Menschen Geschichten: zur Information, zur Bildung und zur Unterhaltung. Empathie, also Mitgefühl, ist ein vielzitiertes Schlagwort. Es geht darum, sich in eine Person, in eine Situation hineindenken zu können, diese Fähigkeit zu fördern, weil das die Welt zu einem sozialeren, gerechteren und mitfühlenderen Ort macht. Immersion kann diese Fähigkeit im Positiven wie im Negativen trainieren.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="was-heisst-immersion-beim-rollenspiel"><strong>Was heisst Immersion beim Rollenspiel?</strong></h2>



<p>Beim Pen &amp; Paper bedeutet Immersion, dass man Bilder in seinem Kopf erzeugt, sich hineinversetzt und das Geredete nicht nur sagt, sondern es sich vorstellt und erlebt. Manche Menschen wollen das und können das, andere wollen dies vielleicht gar nicht so sehr, brauchen das nicht oder sind dazu weniger fähig.</p>



<p>Ich kann mir gut vorstellen, dass es Menschen gibt, die Computerspiele so spielen: Ich sitze hier in meinem Stuhl, trinke eine Cola und spiele dieses Spiel. Ich bewege die Maus und steuere diese Figur, die so gar nichts mit mir zu tun hat durch eine nicht reale, computergenerierte Welt und drücke Knöpfe. Es ist einfach eine Tätigkeit und eine Challenge. Es gibt so gut wie keine Identifikation. Das ist okay und manchmal vielleicht sogar gesünder. Der Clou dabei ist, dass sich diese Personen zu jedem Zeitpunkt bewusst sind, wo sie sich in ihrem realen Leben gerade befinden und was sie da von aussen betrachtet tun.</p>



<p>Menschen, die Immersion beim Rollenspiel gut können und sie auch wollen, funktionieren anders. Sie denken sich in die Welt, fühlen sich in den Charakter und sind in diesem Moment woanders jemand anders. Natürlich hat das seine natürlichen Grenzen, aber das Erlebte geht in die Erinnerungen über und mischt sich mit dem in der realen Welt Erlebten. Auch im Rollenspiel kann man (virtuelle) Erfahrungen machen. Und genau deshalb sind Ego-Shooters gar nicht so unbedenklich, wie manche behaupten, was psychologisch relativ einfach belegbar ist, aber darum geht es hier und jetzt nicht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ein-beispiel"><strong>Ein Beispiel</strong></h2>



<p>Ich spiele öfter online Rollenspiel, als am Tisch. Wegen der Immersion, die so für mich grösser ist, wegen der einfacheren Terminfindung und wegen einer Pandemie. Wenn ich spiele, brauche ich gute Tonqualität, einen ruhigen Raum, in dem ich mich wegschliessen und ganz für mich sein kann. Einen Ort, an dem ich nicht gestört werde. Ich schliesse die Vorhänge und sorge für gedämpftes Licht. Die nächsten drei Stunden bin ich in der Fantasie und dieser Welt, die ich erleben möchte.</p>



<p>Es gibt allerdings Menschen, die spielen in der offenen Küche, über Lautsprecher, statt mit Kopfhörern, während die Partnerin oder der Partner dabei zuhört und der Fernseher läuft. Sie stehen zwischendurch auf, gehen sich aus dem Kühlschrank das dritte Bier holen und nehmen den Computer mit auf den Balkon, um eine Zigarette zu rauchen. Jeder muss selbst entscheiden, was für ihn funktioniert und stimmt. Aber so könnte ich auf keinen Fall Pen &amp; Paper spielen. Das würde bei mir weder funktionieren, noch Spass machen. Ich wäre gedanklich nicht involviert, würde den gedanklichen Raum für die Bilder und Situationen gar nicht haben. Das wäre für mich, wie einem Klassikkonzert beizuwohnen, während die Bauarbeiten im Konzertsaal weitergehen, mit Bohren, Klopfen, Hämmern und Sägen. Dann lass ich es lieber sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="immer-schon-immersion"><strong>Immer schon Immersion</strong></h2>



<p>Bei mir spielt Immersion beim Lesen eines Buches, beim Schauen eines Filmes und beim Spielen eines Rollenspiels eine gewichtige Rolle. Okay, wenn ich Pacman spiele, gibt es keine Immersion. Wenn ich ein wissenschaftliches Magazin lese auch kaum. Wenn ich Schach spiele, gibt es null Immersion. Dann wird der CPU meines Gehirns für anderes blockiert und es ist mir egal, ob die Dame eine Dame oder ein anderer Klotz ist, der neun Punkte Wert hat. Aber wenn es um eine Geschichte geht, die mir zusagt, in der ich mich mit einem Charakter identifizieren kann, dann bin ich dort und lebe es. Und genau deshalb (so glaube ich) funktioniert Rollenspiel bei einigen Leuten und bei anderen nicht. Die Frage ist vielleicht: «Bist du ein Träumer oder stehst du mit beiden Beinen fest in der Realität?»</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="bewusstsein-oder-bewusst-sein"><strong>Bewusstsein oder bewusst sein</strong></h2>



<p>Für mich gibt es wenig Faszinierenderes, als das (menschliche) Bewusstsein. Wir sind nicht nur fähig, zu denken, sondern sogar uns dessen bewusst zu sein und unser Denken zu analysieren, zu beurteilen und anzupassen. Die Fähigkeit, Dinge zu erzählen und zu fühlen, die zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort keine Relevanz haben, hat höchstwahrscheinlich von allen uns bekannten Lebewesen nur der Mensch. Beispiele: Ich stelle mir vor, wie es wäre, auf den Mars zu fliegen. Du erzählst mir von einem fernen Land, das es nie gegeben hat. Wir drehen einen Film über eine Begebenheit, wie sie hätte sein können, wenn alles anders gelaufen wäre. Wie faszinierend ist das denn? Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass wir das in Schriftzeichen, gesprochener Sprache, Ton und Bildern erzeugen, codieren, decodieren, festhalten können. Einfach unglaublich! Darum geniesse ich so viel Immersion, wie es mir gesund und sinnvoll erscheint.</p>
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