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	<title>Abenteuerband Archive | Penandpaper.blog</title>
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	<title>Abenteuerband Archive | Penandpaper.blog</title>
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		<title>Cthulhu: Schreckensherrschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Jan 2022 10:31:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Dieses geniale Abenteuer spielt in Frankreich während der Französischen Revolution, ist blutig und bizarr und das kompletteste, das ich bisher gelesen habe. Ich spiele und leite nicht nur gerne Rollenspielabenteuer, ich lese sie auch gerne. Da ist es dann gar nicht so schlimm, wenn ein Abenteuer sich wie ein Buch liest, obwohl das ja viele [&#8230;]</p>
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<h3 class="wp-block-heading">Dieses geniale Abenteuer spielt in Frankreich während der Französischen Revolution, ist blutig und bizarr und das kompletteste, das ich bisher gelesen habe.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich spiele und leite nicht nur gerne Rollenspielabenteuer, ich lese sie auch gerne. Da ist es dann gar nicht so schlimm, wenn ein Abenteuer sich wie ein Buch liest, obwohl das ja viele Sandbox-Fans jeweils verteufeln. Ich mag das.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Rollenspielabenteuer liest sich meines Erachtens sogar besser als ein Buch. Es ist grafisch aufbereitet, eingängiger und liefert Hintergrundinformationen zu Geschichte und Charaktere. Meistens ist es auch nur 50 bis 150 Seiten lang und nicht 1000, wie so manches opulente Buch. Achtung: Spielen kann man ein Abenteuer nach dem Lesen meistens nicht mehr, deshalb lese nur, was du nicht spielen willst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Fabelhafte Abenteuer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://pegasusshop.de/sortiment/rollenspiele-buecher-comics/buecher/9796/cthulhu-schreckensherrschaft-hardcover" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schreckensherrschaft von Pegasus</a>, beziehungsweise <a href="https://www.chaosium.com/reign-of-terror-pdf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Reign of Terror von Chaosium</a> ist so ein fabelhaftes Abenteuer. Noch nie habe ich mich beim Lesen so gegruselt, wie bei diesem: «Schreckensherrschaft, Horror unter der Guillotine». Auch, weil es den/die Leser/Leserin nicht schont und auch, weil da reale Geschichte dahintersteckt, die an sich schon gruselig und gewalttätig genug wäre, käme da nicht auch noch der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cthulhu-Mythos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Cthulhu-Mythos</a> hinzu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei hat mich die Französische Revolution in der Schule reichlich wenig interessiert, die Fortsetzungsgeschichte <a href="https://www.teilzeithelden.de/2018/09/22/horror-im-orient-express-ein-kampagnenbericht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Horror im Orientexpress</a> genauso wenig und auch das Wesen des Antagonisten löst bei mir keine Begeisterungsstürme aus. Trotzdem hat mich dieses Buch gepackt und nicht mehr losgelassen. Die deutschsprachigen Rezensionen sind denn auch durch das Band weg gut bis grossartig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Vorgefertigte Charaktere</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Schreckensherrschaft erschafft eine kohäsive Investigatorengruppe aus Individuen mit spannenden Lebensgeschichten. Dass sie sich dabei in dieser dekadenten Zeit befinden und zwischen Verderben, Armut, Hoffnung und grausiger Dekadenz hin- und hergerissen werden, ist eine phänomenale Voraussetzung für ein tolles Spiel. Sechs Charaktere sind fix fertig bereit gespielt zu werden. Wer lieber einen eigenen Soldaten entwirft, findet auch dazu Hilfestellung im Abenteuerband.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Nichts ist brutaler als Geschichte</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die realen Begebenheiten sind es, die dieses Szenario so gruselig machen. <a rel="noreferrer noopener" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bernard-Ren%C3%A9_Jordan_de_Launay" target="_blank">Noch keine 250 Jahre ist es her, als noch Köpfe auf Pfählen durch europäische Strassen getragen wurden.</a> Die Dekadenz und Brutalität wird so weit ausgemalt, dass es immer nur knapp über den Horizont des Erträglichen hinausschwappt. Das, was Squid Game bei mir überhaupt nicht geschafft hat, weil zu unlogisch, zu anbiedernd und zu plakativ, schafft dieses Cthulhu-Abenteuer namens Schreckensherrschaft umso mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich in der Schule nicht verstanden habe, hat mich Cthulhu nun gelehrt. Aufgrund dieses Abenteuerbandes habe ich mir <a href="https://www.youtube.com/watch?v=S7pEHdW0zBA" target="_blank" rel="noreferrer noopener">YouTube-Videos</a> angesehen, die mir die Voraussetzungen und Abläufe der Französischen Revolution noch einmal im Detail erklärten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>An alles gedacht</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abenteuer ist dabei so gut aufbereitet, dass keine Fragen offen bleiben, eventuelle Abweichungen schon vorweggenommen und Alternativen angeboten werden. Die Handlung ist eng geführt, aber wo will man denn auch individuell sein, als Befehle befolgender Soldat?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Illustrationen sind von einem meiner Liebelingsillustratoren <a href="https://victorleza.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Victor Leza</a>, der sonst auch für Warhammer Fantasy Role-play illustriert und diesen wunderbaren Spagat zwischen Realität und Comic schafft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tolles Buch</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der gesamte Plot entspinnt sich über 130 Seiten in einem hübschen Hardcover-Band mit Prägedruck und Lesebändchen. Für alle, die sich mit der Französischen Revolution, Real-world-Grusel und bizarren Zeiten mit gepuderten Perücken anfreunden können, sollten sich dieses Abenteuer unbedingt besorgen. Wer es nicht leiten oder spielen will, soll es sich wenigstens durchlesen. Für mich eines der besten und gewiss das kompletteste Cthulhu-Abenteuer, das ich bisher gelesen habe.</p>



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<iframe title="Französische Revolution - Ursachen &amp; Gründe einfach erklärt - Geschichte" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/S7pEHdW0zBA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
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		<title>Warhammer: Liebe auf den ersten Blick</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jan 2022 00:58:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Warum Warhammer Fantasy Role-play viel Liebe verdient und total unterschätzt wird. Hoffentlich wird sich das mit der vierten Edition ändern. Denn dieses System bietet liebevolle Produkte und grossartige Abenteuer, wie kaum ein anderes. Ich kannte das Games Workshop Logo aus meiner Jugend und ich kannte den Namen Warhammer bereits. Doch Echtzeitstrategie gebe ich mir, wenn [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum <a href="https://ulisses-spiele.de/spielsysteme/warhammer-40-000-warhammer-fantasy/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warhammer Fantasy Role-play</a> viel Liebe verdient und total unterschätzt wird. Hoffentlich wird sich das mit der vierten Edition ändern. Denn dieses System bietet liebevolle Produkte und grossartige Abenteuer, wie kaum ein anderes.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ich kannte das Games Workshop Logo aus meiner Jugend und ich kannte den Namen Warhammer bereits. Doch Echtzeitstrategie gebe ich mir, wenn überhaupt, lieber als Computerspiel. Das Miniaturenspiel, auch Püppchenschubsen genannt, hat für mich nur einen beschränkten Reiz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war die Zeit, als ich mich nach zwanzig Jahren Abstinenz wieder für Rollenspiele zu interessieren begann. Ich bestellte mir gleich vier Einsteigerboxen und las drei davon durch. Ich wollte sehen, was diese Boxen zu bieten haben und erhoffte mir einen leichten Einstieg und einen Überblick über verschiedene Rollenspielsysteme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich begann mit DSA 5, kämpfte mich durch Dungeons &amp; Dragons 5E «Die verlorenen Minen von Phandelver» und landete bei Warhammer Fantasy Roleplay, in das ich mich sofort verliebte.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Liebsame Überraschung</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das tollste im Leben sind doch Überraschungen. Hohe Erwartungshaltung, schnelle Enttäuschung, tiefe Erwartungshaltung, positive Überraschung. Von Warhammer hört man jeweils, dass es so düster oder eben dark and gritty ist, wie die Community zu sagen pflegt. Das kann ich nicht komplett leugnen. Wer auf Kämpfen aus ist, hat hier schlechtere Karten, als im Heldenspiel Dungeons &amp; Dragons. Warhammer ist «From Zero to Hero», falls man nicht vorher zu viele Korrumpierungspunkte sammelt oder einfach den Löffel abgibt. Doch dieser Ansatz, als kleiner Niemand in einer hässlichen Welt bestehen zu müssen, ist einfach nur toll.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Alt und endlich schön</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Warhammer Fantasy Role-play ist eines der ältesten Fantasy-Rollenspiele und existiert seit den 80er-Jahren. Da ich es erst jetzt kennenlernte, darf ich sagen, dass ich die Illustrationen der ersten Edition schauerlich finde. Die von der aktuellen 4e sind dafür umso toller. Kein anderes mir bekanntes Fantasy-Rollenspiel hat derartig dynamische Illustrationen, auch wenn Pathfinder nahe an WFRP herankommt. Die Bilder wirken teilweise, als ob sie Bewegung enthielten. Als ob es keine Standbilder sondern Animationen wären. Ein tolles Beispiel dafür ist das Coverbild von «Rauhe Nächte und Harte Tage». Auch die Illus der SC und NSC sind sehr realitätsnah, aber eben doch überzeichnet und comic-haft, was mir persönlich enorm gefällt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Mittelalter statt Fantasy</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer vom Mittelalter fasziniert ist, findet hier seinen Frieden. Das Mittelalter war hart, dreckig und stinkig und so ist auch WFRS. Hier gibt es keine glänzenden Rüstungen und keine Magierstäbe auf Stufe eins, die sogar Gandalf vor Neid erblassen liessen. Hier geht der Agitator mit der Flusswache in die Kaschemme und hofft, keinen Ärger zu kriegen. Wer keine Allmachtsphantasien ausleben muss, ist hier gut aufgehoben. Denn diese Welt hat Rettung nötig.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Wie Cthulhu Fantasy</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Forumsdiskussion schrieb mir einer als Erklärung, Warhammer Fantasy sei mehr wie Fantasy-Cthulhu, als wie D&amp;D. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Die Abenteuer handeln von Intrigen und Investigation, nicht vom Monster erschlagen. Sie sind oft clever gestrickt und enthalten viele Erzählstränge, die parallel zueinander ablaufen. Die Abenteuer kommen teils fast ohne Kampf aus und lassen sich ideal zu Kampagnen zusammenfügen. Wer trotzdem kämpfen will oder muss, könnte es schwer haben. Auch das eine Parallele zu Cthulhu. Korrumpierungspunkte ersetzen den Sanity Loss, aber auch bei Warhammer kommen die Kulte nicht zu kurz.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Geniale Abenteuer</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Abenteuer aus der D&amp;D-Einstiegskiste hat kaum Plot und verläuft von A nach B, dann wird gekämpft. Von B nach C, dann wird gekämpft. Es wird gekämpft und gelootet, von Ort zu Ort, von Raum zu Raum. Die Drucksachen von D&amp;D sind eher mager und gewöhnlich. Nicht so die Einsteigerbox von Warhammer Fantasy Rollenspiel. Hier gibt es wunderhübsche Heldenbögen, Pappmarker, einen Abenteuerband, der für einige Abende reicht und einen Städteband, der gleich noch einmal Plotideen für viele weitere Spielabende liefert. Kurz gesagt, die Box ist ergiebig. Hier wird nicht versucht, dir wenig zu geben, um Kosten zu sparen und dich zu weiteren Käufen zu verleiten. Hier wird versucht dir so viel zu bieten, dass du knietief in Spielerlebnissen waten darfst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kein Einzelfall</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Also bestellte ich mir das Regelwerk von Warhammer Fantasy und war wieder platt. Während D&amp;D seine Inhalte bekanntlich auf drei Bände verteilt, wobei der Dungeon Master’s Guide noch nicht einmal die Spielregeln enthält (welch Irreführung!), kommt WFRP in nur einem dicken Wälzer daher, der auch noch mit partiellem Glanzlack, wunderbar dynamischen Illustrationen und unglaublich tollen Einführungsseiten daherkommt. Der Humor kommt nicht zu kurz und so hat diese Welt immer einen comicartigen Touch, also ob Asterix, Monty Python und das Mittelalter sich hier gefunden hätten.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Regeln für den Einstieg</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Regeln sind bei WFRS zwar etwas komplizierter als bei D&amp;D, dafür sind ganz viele von ihnen optional. Wer keinen Bock auf das Studium des Regelbuchs hat, kann aber auch mit leichten Regeln sehr schnell und einfach spielen. Die Einsteigerbox führt einen sanft an das Spiel heran und liefert gleich ein sehr spassiges, investigatives und gar nicht so kämpferisches Abenteuer, das Lust auf mehr macht.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Eine runde Sache</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Spiel ist in vielerlei Hinsicht keine leichte Kost, dafür wird einem fürs Geld grosszügig etwas geboten. Die Produkte sind liebevoll gemacht, ohne bei den Druckkosten zu sparen und machen deshalb Freude. Die Abenteuer sind dicht und humorvoll, enthalten gar nicht so viel Kampf, dafür so manche Überraschung.</p>
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		<title>Was ist Rollenspiel?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Murphy]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Dec 2021 03:48:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rollenspiel allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist nicht einfach, jemandem Rollenspiel zu erklären. Es ist so simpel wie schwammig, so komplex wie umfassend. Es gibt jedoch ein paar einfache Kriterien: Magst du Geschichten, spielst du gerne, hast du gerne Spass? Rollenspiel ist wie ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, aber dabei die Helden nicht nur zu begleiten, sondern [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Es ist nicht einfach, jemandem Rollenspiel zu erklären. Es ist so simpel wie schwammig, so komplex wie umfassend. Es gibt jedoch ein paar einfache Kriterien: Magst du Geschichten, spielst du gerne, hast du gerne Spass?</h3>
<p>Rollenspiel ist wie ein Buch zu lesen, einen Film zu schauen, aber dabei die Helden nicht nur zu begleiten, sondern selbst die Protagonistin oder den Protagonisten zu übernehmen. Als diese/r darf ich interagieren, handeln und entscheiden. Der Ausgang, oder zumindest der Verlauf der Geschichte, wird von mir als SpielerIn mitgestaltet und beeinflusst.</p>
<p>Die Erinnerungen, die dadurch entstehen, existieren meist nur in den Köpfen jener, die mitspielten. Die erlebten Ereignisse haben in der realen Welt nie stattgefunden und trotzdem werden sich die Abenteurer noch Jahre später an aussergewöhnliche Momente des Glücks, der Trauer, der Überraschung und des Sieges erinnern.</p>
<p>Rollenspiel ist das gemeinsame Voranbringen einer (noch) nicht geschriebenen Geschichte. Sie kann auf einer vorgefertigten Erzählung oder einem Erzählgerüst basieren oder aber völlig im Moment entstehen.</p>
<h2><strong>Die Rollen im Rollenspiel</strong></h2>
<p>Bei traditionellen Rollenspielen gibt es zwei Funktionen: die SpielerInnen und die Spielleitung. Die Aufgabe der SpielerIn ist es, sich in einer fiktiven Welt zu bewegen und Dinge zu erleben. Je nach Spiel werden sie auch Abenteurer, Charaktere, Investigatoren oder Helden genannt. Sie spielen ihren Charakter aus und können tun und lassen, was sie wollen, solange es mit der Absicht und den Abmachungen der Gruppe konform ist.</p>
<p>Die Spielleitung, kurz SL, wird je nach Spielsystem auch Erzähler, Meister, Spielleiter, Dungeon Master, Game Master oder Keeper genannt. Die Aufgabe der Spielleitung ist es, die Regeln, die Welt, die Personen in der virtuellen Welt und die Aufhänger der Geschichte vorzugeben. Die Personen, die von der Spielleitung dargestellt werden, heissen Nichtspielercharaktere oder kurz NSC.</p>
<p>Es gibt auch <a href="https://www.ironswornrpg.com/" target="_blank" rel="noopener">spielleitungslose Rollenspiele</a> oder völlig freie Spiele, wo die SpielerInnen ganz ohne Regeln tun und lassen können, was sie wollen. Wichtig ist, dass zwischen den Charakteren (in game, in time, in der Rolle) und den SpielerInnen (out game, out time, ausserhalb der Rolle) unterschieden wird, die die Charaktere spielen.</p>
<h2><strong>Wie funktioniert Rollenspiel?</strong></h2>
<p>Zur Erklärung der Spielweise gibt es <a href="https://penandpaper.blog/warhammer-liebe-auf-den-ersten-blick/" target="_blank" rel="noopener">Regelwerke</a>, Hintergrundbände, Monsterhandbücher, Magiehandbücher, Regionenbände, Waffenbände und Abenteuerbände. Viele davon umfassen mehrere hundert Seiten Inhalt in kleinster Schriftgrösse. Haben muss ich die alle nicht, wenn es auch sehr hilfreich ist, weil ich mir dann nicht <a href="https://penandpaper.blog/homebrew-selbstgebrautes-rollenspiel/" target="_blank" rel="noopener">alles selbst ausdenken</a> muss.</p>
<h2><strong>Ein Beispiel einer Rollenspielszene</strong></h2>
<p><strong>Spielleitung:</strong> Ihr befindet euch auf einem Weg in einem Wald. Es ist kalt und nass. Hier möchte keine/r länger verweilen. Die Bäume sind gross und sorgen dafür, dass kaum Tageslicht auf den Boden fällt. Hinter euch hört ihr seltsame Geräusche, eine Art Schlurfen, welches euch schon vor zwanzig Minuten aufgefallen ist. Plötzlich kommt ihr an eine Weggabelung. Hier teilt sich der Weg. Links geht es zu einem kleinen Bach. Dort scheint etwas mehr Licht ins Dickicht zu dringen. Rechts dagegen geht es geradewegs auf eine kleine Blockhütte zu, aus der Rauch dringt. Was wollt ihr tun?</p>
<p><strong>SpielerIn 1:</strong> Ich schnalle mein Gepäck etwas enger, weil die Riemen mir schon während der ganzen Reise an den Schultern scheuern. Dann gehe ich in die Hocke, um mich kurz auszuruhen. Schliesslich sage ich: «Also ich bin dafür, dass wir zur Hütte gehen und klopfen. Vielleicht kann uns jemand den Weg weisen.»</p>
<p><strong>SpielerIn 2:</strong> Ich mache ein erschrockenes Gesicht: «Auf keinen Fall! Wer weiss, was da in diesem Verschlag haust? Ich schlage vor, wir gehen den helleren Weg und schauen, dass wir möglichst bald aus diesem Wald herauskommen.»</p>
<p><strong>SpielerIn 3:</strong> Ich ziehe vorsichtshalber meinen Knüppel und horche nach dem Schlurfen, das hinter uns war. Ist es noch da? Ist es gar lauter geworden?</p>
<p><strong>Spielleitung:</strong> Das Schlurfen hat aufgehört, als ihr angehalten habt. Du kannst weder unbekannte Geräusche, noch Bewegung im Wald ausmachen. Ihr scheint alleine zu sein. Für welchen Weg wollt ihr euch entscheiden? Usw.</p>
<h2><strong>Richtig Rollenspielen</strong></h2>
<p>Es gibt ein Sprichwort im Rollenspiel: Die Spielleitung hat immer das letzte Wort. Das muss nicht zwingend so gehandhabt werden, obwohl es oft so gehandhabt wird. Dabei spielt die Spielleitung nicht <em>gegen</em> die SpielerInnen, sondern <em>mit </em>ihnen, um das bestmögliche Erlebnis aus dem Abenteuer herauszuholen. Welches das bestmögliche Erlebnis ist, hängt von der jeweiligen Gruppe ab.</p>
<p>Manche gehen im Schauspiel auf und brauchen kaum Handlung, weil sie mit ihren Charakteren ideal interagieren, andere wollen ausgedehnte Kämpfe spielen und vor allem taktisch auf ihre Kosten kommen. Manchen SpielerInnen reicht es, zuzuhören und kaum aktiv teilzunehmen, weil sie die Geschichte geniessen, die sich in ihrem Kopf entspinnt. Und wiederum andere wollen ständig im Rampenlicht stehen, handeln und mit kreativsten Ideen Erfolge feiern, weil im Rollenspiel alles möglich ist; auch Dinge, die im echten Leben nicht denkbar sind.</p>
<h2><strong>Wofür Würfel?</strong></h2>
<p>Damit die Spielleitung nicht parteiisch sein kann, beziehungsweise sich die SpielerInnen nicht ungerecht behandelt vorkommen, hilft es, ein Zufallsprinzip im Spiel zu haben: Die Würfel.</p>
<p>Jeder Spielercharakter hat Werte, wie gut sie oder er in einer Sache ist. Zum Beispiel: Klettern, Überreden, Biologie, Verkleiden usw. Diese Werte erleichtern oder erschweren einen Würfelwurf. Ob die verlangte Aktion gelingt, entscheiden jedoch die Würfel und somit der Zufall. Was dem Spiel zusätzliche Spannung und meistens auch Spass bringt. Wer auch im Scheitern und nicht nur im Gewinnen Spass findet, hat es dabei besonders gut.</p>
<p>Tätigkeiten, die in einem normalen, alltäglichen Rahmen ausgeführt werden, sollen ohne Würfelwurf gelingen. Wenn jeder in dieser Welt auf einem Pferd reiten kann, sollte dies auch für meinen Charakter kein Problem sein. Wenn ich jedoch mit einem Pferd über eine Schlucht springen will, dann wird auf Reiten gewürfelt, sollte dieser Wurf misslingen, muss ich als Charakter mit dem Ergebnis leben (oder gar sterben).</p>
<h2><strong>Was ist am Rollenspiel so toll?</strong></h2>
<p>Für manche Menschen ist bereits der Gedanke daran, vor anderen zu schauspielern und kreativ sein zu müssen, eine Geschichte zu erfinden, Initiative zu zeigen, zu kämpfen und zu leiden der Horror. Für mich ist es auch nicht immer einfach, aber allein die Tatsache, dass ich Indiana Jones, Star Wars, Game of Thrones, die Avengers oder Sherlock Holmes nicht nur schauen oder lesen, sondern <em>sein</em> kann, fasziniert mich. Die Geschichten, die dabei erlebt werden, die Abende, die man mit Freunden an einem Tisch verbringt und dabei bibbert, lacht und triumphiert, sind unersetzlich.</p>
<p>Und das Beste ist, wenn du dich mit einem Freund Jahre später daran erinnerst: «Weisst du noch, als wir gemeinsam das Geheimnis der verschwundenen Krone auf unkonventionellste Weise gelöst haben?» Dann sind das echte Erlebnisse. Erlebnisse, die im echten Leben nicht möglich sind oder von denen wir froh sind, dass wir das Risiko nicht real eingehen mussten: Über Schluchten springen, gegen Drachen kämpfen und der Mafia das Handwerk legen. Doch wir, wir haben es erlebt. Unglaublich, dass wir all das mit nur Stift, Papier und ein paar Würfeln geschafft haben.</p>
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